WM der Ponyfahrer Dorthealyst PDF Drucken

Dritter Weltmeistertitel für deutsche Ponyequipe

Dorthealyst (fn-press). Die deutschen Fahrer haben bei den Weltmeisterschaften der Ponyfahrer im dänischen Dorthealyst den dritten Weltmeistertitel in Folge im Mannschaftswettbewerb gewonnen. Darüber hinaus holten sich Zweispännerfahrer Steffen Abicht (Bad Düben) Silber und Vierspännerfahrer Thomas Köppen (Dreieich) Bronze. Das Drehbuch zu diesen Weltmeisterschaften hätte aus deutscher Sicht kaum spannender geschrieben werden können. In einer Nervenschlacht bei heftigen Regenschauern hatten die deutschen Fahrer im abschließenden Hindernisfahren Nerven wie Drahtseile, und konnte auf der Zielgeraden die bis dahin vor ihn liegenden Niederländer überholen.

Dabei begannen diese Weltmeisterschaften für die Mannschaft um Equipechef Friedrich Otto-Erley (Warendorf ) und den Bundestrainern Ewald Meier (Meißenheim) sowie Eckardt Meyer (Hermannsburg) alles andere als rosig. Nachdem Dressurspezialist Franz-Josef Lehmkuhl (Emsdetten) auf Grund einer Erkrankung seines Pferdes Night Moon nicht zu den Weltmeisterschaften reisen konnte, mussten Reservefahrerin Elke Hillebrandt (Coesfeld) mit Dublin und Sandra Broichhaus (Emsdetten) mit Bodo für das deutsche Team in der Dressurprüfung der Einspänner punkten. „Wir waren mit den Leistungen unserer Einspännerfahrerinnen zufrieden“, so Equipechef Otto-Erley im Anschluss an den ersten Dressurtag. Die Wertungsrichter sahen die Leistungen der Deutschen nicht so positiv und vergaben die Plätze 21 für Elke Hillebrandt und 25 für Sandra Broichhaus. Damit konnten die folgenden Tage in Dänemark für das Deutsche Team nur noch besser werden, denn in der Nationenpreiswertung lagen sie auf dem neunten und letzten Platz. „Abgerechnet wird erst am Sonntag und wir wollen uns von Tag zu Tag steigern“, zeigte sich Otto-Erley kämpferisch.

Bereits am zweiten Dressurtag startete die deutsche Ponymannschaft ihre Aufholjagd. „Genau so haben wir uns den heutigen Tag vorgestellt“, zeigte sich der Equipechef erleichtert. Für ein gutes Mannschaftsergebnis sorgte zunächst Steffen Abicht. Der Doppelweltmeister spielte seine ganze Erfahrung aus und erzielte das drittbeste Ergebnis der Zweispännerkonkurrenz. Für ein erfreuliches Resultat bei seiner WM-Premiere sorgte auch der zweite deutsche Zweispännerfahrer. Steffen Brauchle (Lauchheim) reihte sich auf dem elften Rang ein. Der zweite Dressurtag sollte für die deutsche Mannschaft noch erfreulicher werden, denn Vierspännerfahrer Tobias Bücker (Emsdetten) präsentierte sein Gespann in einer tollen Verfassung und sicherte den ersten Sieg für Deutschland bei diesen Weltmeisterschaften. Vierspännerfahrer Thomas Köppen (Dreieich) rundete mit dem sechsten Platz das gute Dressurergebnis der deutschen Ponyfahrer bei den Vierspännern ab. Mit den Dressurleistungen am zweiten Wettkampftag rollte das deutsche Team das Feld von hinten auf und schob sich vor dem Marathon bis auf Platz vier in der zwischenzeitlichen Nationenpreiswertung vor.

Die deutschen Ponyfahrer ruhten sich aber nicht auf den erbrachten Dressurleistungen aus, sondern gaben am Geländetag richtig Gas. Los ging es im Gelände mit den Einspännern, wo sich die bereits im Vorfeld als Favoritin gehandelte Schwedin Ann-Christin Arvidsson durchsetzte und mit ihrem Sieg auch die Spitzenposition in der Kombinierten Wertung übernahm. Für die deutschen Einspännerfahrerinnen lief der Marathon durchwachsen. Während Sandra Broichhaus mit ihrem Pony Bodo zum wiederholten Male ihre Stärke im Gelände unter Beweis stellte und den Marathon auf dem vierten Platz beendete, war Elke Hillebrandt mit Dublin vom Pech verfolgt. Zunächst gut in den Hindernissen unterwegs, kollidierte die Kutsche der Coesfelderin im fünften Hindernis so unglücklich mit einem Baum, dass die Londe zerbrach und sie ausschied. Sandra Broichhaus lag nach Dressur und Marathon auf dem elften Platz.

Ohne Probleme kamen die deutschen Zweispännerfahrer durch die Geländehindernisse. Steffen Abicht erreichte Platz vier und schob sich damit in der WM-Wertung auf den zwischenzeitlichen zweiten Platz vor. Steffen Brauchle kam im Marathon auf dem sechsten Platz und nahm diesen Rang auch in der Kombinierten Wertung ein. Die beste Marathonfahrt bei den Zweispännern erwischte Miranda Cadwell aus den USA.

Während Tobias Bücker mit dem ersten Platz in der Dressur für die deutsche Teamwertung punkten konnte, war es im Marathon Vierspännerfahrer Thomas Köppen der sich in einer tollen Form präsentierte. Als erster Fahrer musste Köppen in den Geländekurs. Er fuhr eine schnelle Zeit, die lange von keinem Fahrer übertroffen wurde. Lediglich dem Niederländer Aart van de Kamp gelang es an diesem Tag schneller zu sein als Thomas Köppen. Der Dreieicher hatte nach seinem zweiten Platz im Gelände WM-Bronze im Visier. Nicht so gut lief es bei dem zweiten deutschen Vierspännerfahrer. Im Hindernis vier kamen die Pferde von Tobias Bücker so ins Rutschen, dass sie ein falsches Tor passierten. Bücker musste sich völlig neu orientieren, verlor viel Zeit und kassierte noch Strafpunkte für korrigiertes Verfahren. Am Ende musste er sich mit Platz 16 im Gelände und mit Rang elf in der Zwischenwertung zufrieden geben. Nach einem turbulenten Geländetag fand sich das deutsche Team bereits auf dem zweiten Platz in der Nationenpreiswertung wieder.

Vor dem abschließenden Kegelparcours hatte Deutschland rund neun Punkte Rückstand auf das führende Team der Niederlande. Einspännerfahrerin Sandra Broichhaus musste als erste deutsche Fahrerin in den Kegelparcours. Auf ihr lastete ein besonders hoher Druck, denn nach dem Ausscheiden von Elke Hillebrandt im Marathon, zählte ihr Ergebnis für die Nationenpreiswertung. Broichhaus hielt dem Druck stand und leistete sich lediglich 0,09 Strafpunkte. Am Ende bedeutete dieses Ergebnis für sie Platz acht in der Einzelwertung. Die Niederlande erlaubte sich drei Strafpunkte in der Einspännerkonkurrenz. Die Deutschen mussten somit noch einen Rückstand von knapp sechs Punkten in den verbleibenden Anspannungsarten aufholen, um die Teamwertung  gewinnen zu können. Weltmeister bei den Einspännern wurde Peter Koux aus Dänemark, Silber gewann die Schwedin Ann-Christin Arvidsson und Bronze sicherte sich Sarah Howe aus Großbritannien.

Bereits Zweispännerfahrer Steffen Brauchle sorgte dafür, dass das deutsche Team auf Goldkurs lag. Während der WM-Debütant als einziger Fahrer das Ziel im Hindernisparcours ohne Strafpunkte erreichte, kassierte die Niederlande 6,36 Strafpunkte und reihte sich in der zwischenzeitlichen Nationenpreiswertung hinter Deutschland auf dem zweiten Platz ein. Brauchle kam in der Einzelwertung auf den fünften Platz. Steffen Abicht erlaubte sich 4,85 Strafpunkte und sicherte sich damit die Silbermedaille hinter Miranda Cadwell aus den USA. Bronze ging an den Dänen Lars Dau.

In Führung liegend galt es für das deutsche Team den minimalen Vorsprung von nicht einmal einem Strafpunkt bei den Vierspännern zu verteidigen. Tobias Bücker und Thomas Köppen zeigten keine Schwäche, fuhren beide Nullrunden – Tobias Bücker lieferte hier von allen Vierspännerfahrern die schnellste fehlerfreie Runde ab – und sicherten den erneuten Weltmeistertitel für die deutschen Ponyfahrer. Die Niederlande kam auf Platz zwei und die USA erreichte den dritten Platz. Bücker landete am Ende auf dem neunten Platz in der Einzelwertung, Thomas Köppen gewann Bronze und holte sich damit seine erste Medaille bei einer Weltmeisterschaft. Neuer Weltmeister der Vierspännerfahrer ist der Niederländer Jan de Boer, der seinen Landsmann Aart van de Kamp Jr. auf den zweiten Platz verwies. 

Quelle: fn-press/ dp

 
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