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Weltcupsieg fuer Marcus Ehning PDF Drucken

Marcus Ehning siegt im Weltcupfinale in Genf (c) CMS-MEDIEN AGENTUR www.cms-medien.eu (c) cms-medien.eu

Weltcupfinale Springen Genf/SUI: Doppelerfolg für Deutschland

Genf/SUI (fn-press). Die deutschen Springreiter haben beim Weltcupfinale in Genf einen Doppelerfolg gefeiert. Marcus Ehning (Borken) sicherte sich nach 2003 und 2006 zum dritten Mal den Weltcuptitel."Das ist unglaublich, ich kann es noch gar nicht fassen. Ich bin überglücklich", sagte der frischgebackene Gewinner des Weltcupfinales, der mit Noltes Küchengirl und Plot Blue gleich mit zwei Pferden am Finale teilnahm. Überraschender Zweiter wurde Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit der erst neunjährigen Hannoveraner-Stute Gotha. "Sensationell, der zweite Platz hat alle meine Erwartungen übertroffen. Die Stute hat an allen Tagen gezeigt, welch großartiges Potenzial in ihr steckt." Beerbaum teilte den zweiten Platz mit dem Weltranglisten-Ersten Pius Schwizer aus der Schweiz. Ehning gewann das aus drei Teilprüfungen bestehende Weltcupfinale mit einem Punkt Vorsprung auf die beiden zweitplatzierten Beerbaum und Schwizer, die am Ende sieben Strafpunkte auf ihrem Konto hatten.

Es war ein ereignisreiches Weltcupfinale in Genf, bei dem sich die deutschen Reiter nach einem durchwachsenen Auftakt Platz um Platz steigern konnten. Marcus Ehning, Philipp Weishaupt (Riesenbeck), Marco Kutscher (Riesenbeck) und Ludger Beerbaum begannen "nur" mit den zweistelligen Platzierungen 10, 12, 15 und 17. Marcus Ehning war zwar von Beginn an bester deutscher Reiter, fand aber nicht wie gewünscht in das Turnier. Als einer von neun Teilnehmern im Starterfeld nutzte er die Möglichkeit des Reglements, das Pferd im Laufe des Turniers wechseln zu können, und setzte im ersten Zeitspringen seine 13-jährige Bayern-Stute Noltes Küchengirl ein. "Sie ist eine Stute mit einer grundschnellen Galoppade", so seine Überlegung im Vorfeld. Allerdings zeigte sich Küchengirl "verspannter" als gewohnt und der 35-Jährige musste "während des Parcours flexibel reagieren". Das kostete allerdings Zeit und Ehning reihte sich zunächst nur auf Platz zehn ein.

Besser lief es dann in der zweiten Teilprüfung am Freitag, in der Ehning zwei Nullrunden zeigte und zunächst auf den dritten Platz in der vorläufigen Gesamtwertung vor dem abschließenden Springen am Sonntag vorrückte. Nicht nur Ehning, sondern auch die weiteren deutschen Starter präsentierten sich in Angriffslaune und machten Plätze in der Gesamtwertung gut. "Das war heute super und alle Pferde sind gut gesprungen", freute sich Bundestrainer Otto Becker (Sendenhorst). "Drei von vier Mann im Stechen, das kann sich sehen lassen.", so Becker nach der zweiten Teilprüfung. Marco Kutscher kassierte mit Cash im Stechen einen Fehler genauso wie Ludger Beerbaum mit Gotha. Philipp Weishaupt leistete sich als einziger deutscher Starter bereits im Normalumlauf einen Abwurf und schaffte nicht den Sprung ins Stechen. Die Rangierungen sollten sich aber einige Stunden später, nach Beendigung der zweiten Teilprüfung, für alle Paare nochmal um einen Platz verbessern.

Der Grund war die Disqualifikation der 15-jährigen Stute Sapphire des amerikanischen Springreiters McLain Ward, der bis dahin die Gesamtwertung des Weltcupfinales angeführt hatte. Die Mitteilung über den Ausschluss Sapphires veröffentlichte die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) am frühen Samstagmorgen. In der Begründung hieß es, dass das Pferd zu Beginn und nach der zweiten Teilprüfung tierärztlich untersucht worden sei. Hierbei stellten die Tierärzte eine Überempfindlichkeit des linken Vorderbeines fest und entschieden, die Stute aus dem Turnier zu nehmen. Hinweise auf ein Fehlverhalten des Reiters oder seiner Teammitglieder konnte die Ground Jury, die das Pferd disqualifizierte nicht feststellen. Ein Einspruch des US-Amerikaners gegen den Ausschluss wurde von der FEI abgelehnt.

Durch die Disqualifikation veränderte sich auch das vorläufige Ranking im Weltcupfinale. Marcus Ehning (Borken) wurde vor dem Finaltag auf dem zweiten Platz geführt und hatte lediglich zwei Punkte Rückstand auf den neuen Führenden, Mario Deslauriers (USA). Auch die übrigen deutschen Starter verbesserten sich um einen Platz, so dass Marco Kutscher (Riesenbeck) als Siebter, Ludger Beerbaum (Riesenbeck) als Neunter und Philipp Weishaupt (Riesenbeck) als Zwölfter in die letzte Teilprüfung am Sonntag gingen.

Das abschließende Springen, bestehend aus zwei Umläufen, stellte die 29 teilnehmenden Paare nochmal vor eine große Herausforderung. "Das Springen ist richtig schwer und wir sehen hier Sport auf aller höchstem Niveau", zog Otto Becker nach dem ersten Umlauf eine Zwischenbilanz. Ludger Beerbaum zeigte den einzigen fehlerfreien deutschen Ritt. "Das war eine super Runde. Die Stute hat ihre ganze Klasse gezeigt", lobte der Bundestrainer. In der Gesamtwertung schob sich Beerbaum sogar auf Platz vier vor. Ehning hingegen war bis zum letzten Hindernis fehlerfrei unterwegs, kassierte dann aber den Fehler. "Das war einfach Pech und am letzten Sprung zwei Zentimeter zu tief", reflektierte er seine erste Runde. "Pusten reichte hier für einen Fehler aus", so der Bundestrainer zum Schwierigkeitsgrad des letzten Sprunges. Ehning ging nach seinem Fehler als Dritter in den entscheidenden letzten Umlauf.

 "Mein Ritt war unentspannt und wir hatten nicht die nötige Ruhe und Gelassenheit", sagte Marco Kutscher nach seiner ersten Runde, in der er sich zwei Abwürfe erlaubte. Auch Philipp Weishaupt und sein Hengst Catoki hatten mit dem Parcours zu kämpfen und mussten zwölf Strafpunkte hinnehmen. Bundestrainer Otto Becker zeigte Verständnis für den deutschen Meister: "Das ist sein erstes Weltcupfinale und er muss hier Erfahrungen sammeln."

Im zweiten Umlauf machte es das Perspektivgruppenmitglied deutlich besser , blieb ohne Abwurf und leistete sich lediglich einen Zeitfehler. Er beendete seine Weltcup-Premiere auf Platz 18. Marco Kutscher kam nach einigen Fehler in der zweiten Runde aus dem Rhythmus und musste aufgeben. Am Ende landete er auf Rang 21. Zwei gelungene Umläufe feierten hingegen Ludger Beerbaum und Marcus Ehning, die beide fehlerfrei blieben. Allerdings mussten sie bis zum Schluss zittern, denn der führende US-Amerikaner Mario Deslauriers ging mit Urico als Letzter an den Start und hatte bis dahin keine Fehler auf seinem Punktekonto. "Ich hatte mich eigentlich schon über meinen zweiten Platz gefreut", sagte Ehning. "Dann kam Mario leider aus dem Rhythmus und kassierte 13 Strafpunkte. Und auf einmal hatte ich gewonnen. Unfassbar."

Quelle: fn-press/ Dr. Dennis Peiler
Fotos vom FEI World Cup in Genf unter:
http://www.cms-medien.eu/index.php?action=showevent

 

 
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