
Süddeutsche Haflingerkörung, Körung Süddeutsches Kaltblut & FN-Bundesprämienvergabe, 5.-7. Oktober
Am ersten Oktoberwochenende, wenn auf der Theresienwiese das Oktoberfest in die finale Runde geht und Dirndl und Lederhose zur Standardausstattung in München gehören, ist auch am anderen Ende der Stadt, auf der Olympia-Reitanlage München-Riem, die Lederhose das am häufigsten anzutreffende Kleidungsstück. Kombiniert mit grünen oder braunen Trachtenhüten (die oftmals noch ein Gamsbart oder eine Blume schmückt), getragen von Männern unterschiedlichen Alters, die sich in den verschiedensten Dialekten unterhalten – Bayerischer Wald, Oberland, Allgäu, etc. ist vertreten – und die Olympia-Reithalle nach und nach füllen, ist diese Tracht das sicherste Zeichen dafür, dass in der bayerischen Kaltblut- und Haflingerzucht etwas Besonderes bevorsteht: Körung ist angesagt.
Körung Süddeutsches Kaltblut am Freitag
Die Züchter keiner anderen Rasse in Bayern bringen den Zuchtveranstaltungen „ihrer“ Pferde solch großes Interesse entgegen, wie dies beim Kaltblut der Fall ist. Alle Tribünen sind bei der Körung in der großen, viele Zuschauer fassenden Halle besetzt, überall stehen die Züchter in kleinen Gruppen zusammen, tauschen sich aus, wählen ihren persönlichen Körsieger und feiern anschließend im Gastronomiebereich noch lange weiter, wenn die Hengste längst den Ring verlassen haben. In diesem Jahr geht es am Freitag, 5. Oktober, mit der Vorstellung auf dem Harten Boden los, anschließend werden die Hengste an der Hand und im Freilaufen präsentiert, ehe die Körkommission ihr Urteil bekannt gibt. Danach werden die gekörten, verkäuflichen Hengste im Ring versteigert. Wer sich für die bayerische Traditionsrasse, das Süddeutsche Kaltblut interessiert, dem sei ein Besuch dieser Körung wärmstens empfohlen. Nebenbei bemerkt ist auch das kulinarische Angebot vom Cafe Windbeutel an den Körtagen nicht zu verachten. Wochenende gehört den Haflingern
Die 6. Süddeutsche Haflingerkörung geht am Samstag und Sonntag, 6. und 7. Oktober, über die Bühne. Sie erhält in diesem Jahr bedeutende Gesellschaft, denn neben dem „Blauen Band“ wird am selben Wochenende in München auch die FN-Bundesprämie für Haflinger und Edelbluthaflinger vergeben. Hierzu sind 5- bis 12-jährige Hengste zugelassen, die leistungsgeprüft und ins Hengstbuch I eines deutschen Zuchtverbandes eingetragen sind (Detaillierte Ausschreibung: www.bayerns-pferde.de). Nach vorläufigem Zeitplan werden die Hengste, die sich um die Bundesprämie bewerben, am Samstag ab 15 Uhr auf der Dreiecksbahn im Stand, Schritt und Trab dem dreiköpfigen Richtergremium präsentiert. Die magische Grenze von 1,57 Prozent Araberblutanteil entscheidet darüber, ob ein Hengst als Edelbluthaflinger (mit einem Blutanteil, der höher liegt) oder als Haflinger bzw. Reinzuchthaflinger (Araberblutanteil unter 1,57 Prozent) geführt wird. Die Kür eines Siegers aus beiden Zuchtrichtungen bei der FN-Bundesprämienvergabe ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu getrennten Zuchtbüchern von Reinzucht- und Edelbluthaflingern. Die Sieger der beiden Zuchtrichtungen werden am Sonntag, ab ca. 13.30 Uhr auf dem Schrittring ermittelt und in der Abschiedsparade zum Abschluss dieses „Haflingerfestivals“ nochmals präsentiert. Die Süddeutsche Haflingerkörung beginnt an beiden Veranstaltungstagen um 8 Uhr. Dann müssen die Köraspiranten die an sie gestellten Anforderungen auf dem Harten Boden, im Freilaufen und Freispringen (Samstag) und an der Hand (Sonntag) bestmöglich bewältigen, ehe im Anschluss an die Ermittlung der FN-Bundesprämiensieger die Kör- und Reservesieger am Sonntag benannt werden. Im vergangenen Jahr ermittelte die Körkommission einen Edelblut- und einen Reinzucht-Sieger wie auch –Reservesieger. Man darf also gespannt sein, ob auch in diesem Jahr zwei Junghengste am Ende ebenbürtig nebeneinander stehen. Auch wenn es den Anschein hat, dass dieses Wochenende rein den Hengsten vorbehalten ist – der Schein trügt. Denn mit der Vergabe des „Blauen Bandes“ an die beste dreijährige Haflingerstute der Süddeutschen Verbände entsteht – zumindest ein kleines, jedoch qualitativ exzellentes – weibliches Gegengewicht. Entsenden können die Süddeutschen Verbände jeweils drei Stuten des Jahrgangs 2004. Im vergangenen Jahr ging der Sieg in diesem Elite-Stuten-Cup übrigens an Bayern: Dinah (v. Aaron-B – Naxan, Z.: Dr. Hans Brand, Wiggensbach) im Besitz von Johann Demleitner in Kochel, Siegerstute der Landesschau 2006, wurde zur Championesse gekürt. „Last but not least“ sei auch noch der Festabend erwähnt, zu dem der Landesverband Bayerischer Pferdezüchter e.V., anlässlich dieses Highlights der Deutschen Haflingerzucht am Samstag ab 19 Uhr in die Olympia-Reithalle lädt. Ein buntes Potpourri aus Sport, Zucht, Tradition und bayerischer Lebensart erwartet die Besucher. Nähere Informationen rund um die Körungen und die FN-Bundesprämienvergabe finden Sie rechtzeitig zur Veranstaltung unter www.bayerns-pferde.de. Ein Katalog mit ausführlichen Pedigreeinformationen ist an der Veranstaltung vor Ort erhältlich. Der Eintritt ist für Groß und Klein an allen Tagen frei!
Quelle: S.B. |