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Jürgen Koschel gibt nach fünf Jahren sein Amt ab Auf Grund der aktuellen Ereignisse in der Schweizer Dressurszene sieht sich der amtierende Nationaltrainer, der in Hagen ansässige Erfolgs-Ausbilder Jürgen Koschel, gezwungen, seine Tätigkeit für den Schweizer Nationalkader niederzulegen. "Durch die Entscheidung von Silvia Iklé, nicht an den Olympischen Spielen in Hongkong teilzunehmen und auch das zweite in ihrem Besitz stehende Teampferd, Romario unter Veronika Marthaler nicht antreten zu lassen, hat sich die aktuelle sportliche Situation in der Schweiz grundlegend geändert. Nach dem hart umkämpften vierten Platz mit der Mannschaft bei der Europameisterschaft in Turin und der damit erreichten Qualifikation für die Olympischen Spiele in China waren die Vorbereitungen klar auf den sportlichen Höhepunkt 2008 ausgerichtet.
Der späte Verzicht von Frau Iklé, die den Schweizer Verband auf Grund fehlender reiterlicher Alternativen nun zu einer kompletten Absage an den Veranstalter der Olympischen Spiele veranlasste, ist für mich als National-Trainer überraschend und nicht gänzlich nachzuvollziehen. Für die Schweiz als eine der kleinsten Dressurnationen mit einer geringen Auswahl an Spitzenreitern war und ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen ein unglaublicher Erfolg, besonders, wenn man beachtet, dass führende Mannschaften wie das dänische oder spanische Team noch um ihre Qualifikationen kämpfen. Umso härter trifft uns nun die Entscheidung von Frau Iklé, die ja nicht nur die Entscheidung einer einzelnen Reiterin ist, sondern eine ganze Mannschaft und auch den Sport im allgemeinen betrifft. Noch bei den Europameisterschaften 2007 war die Qualifikation für die Olympischen Spiele das eindeutig definierte Ziel. Daher kommt die Absage überraschend und ist für mich persönlich mit einer gewissen Bestürzung verbunden. Die Flugzeit und die klimatischen Verhältnisse in Hongkong sind seit der Entscheidung, die Spiele dort auszurichten, bekannt gewesen. Und werden von allen internationalen Reitern, wie auch bei den Olympischen Spielen in Seoul, Atlanta oder Los Angeles, die unter ähnlichen Bedingungen und trotzdem hoch erfolgreich verliefen, akzeptiert. Spitzenmannschaften wie das deutsche oder niederländische Team werden ihre besten Reiter nach Asien schicken. Denn für den Dressursport, der seit einigen Jahren als Olympische Disziplin in der Diskussion steht, ist die Präsenz der besten Athleten der Welt unerlässlich. Die Absage einer Reiterin auf Grund der physischen Belastbarkeit für ihre Pferde wäre akzeptable gewesen, wenn dies von vornherein deutlich gemacht worden wäre. Die Absage einer Nation ist es im Sinne des Olympischen Gedankens meiner Meinung nach aber nicht. Denn für jeden Sportler ist es die größte Ehre und Lebenserfüllung, bei diesem globalen Höhepunkt teilzunehmen. Aus diesem Grund sehe ich mich veranlasst, mein Amt als Nationaltrainer der Schweizer Dressurmannschaft niederzulegen. Ich bedauere diesen Schritt sehr, aber die sportliche Situation lässt keine andere Entscheidung zu.“ Jürgen Koschel, der zuvor schon das finnische, spanische und niederländische Team zu Europa-, Weltmeisterschafts- und Olympischen Medaillen brachte, ist seit 2003 für die Belange der Schweizer Dressurreiter verantwortlich gewesen. In dieser Zeit nahmen sie an zwei Europameisterschaften, der Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen in Athen teil, bei denen Silvia Iklé es mit Salieri auf vordere Platzierungen brachte.
Quelle: Patricia Tietje |