|

FN-Bundesprämie, Süddt. Haflingerkörung, Körung Süddt. Kaltblut: - Oktoberfeststimmung in München-Riem
Drei Tage hatten auf der Olympia-Reitanlage die Kaltblut- und Haflingerzüchter bei ihren Kör- und Prämierungstagen das Sagen. Eine schöne Atmosphäre, oktoberfestähnliche Stimmung und natürlich viele Jubelmomente bei der Verkündung der Kör- und Prämierungsentscheidungen prägten das Wochenende. 54 Junghengste, so viele wie seit Jahren nicht, wurden der Körkommission am Freitag präsentiert. Im Regen mussten die Hengste zunächst die Vorstellung auf dem Harten Boden absolvieren, erst gegen Nachmittag besserte sich das Wetter. Dennoch hatten sich entlang der Trabstrecke bereits zahlreiche Zuschauer eingefunden. Dicht besetzt waren die Tribünen wie auch die Tische dann auch entlang des Körrings in der Olympia-Reithalle, die Zuschauer zollten den Hengsten und ihren Ausstellern damit die verdiente Anerkennung für ihre Vorführungen und sorgten nicht nur für volles Haus sondern auch für eine Bombenstimmung.
Zum Siegerhengst kürte die Jury am Ende einen Rapphengst namens Schandi, der sowohl im Körperbau als auch in der Bewegung voll und ganz überzeugen konnte. Fast fassungslos wirkte zunächst der Vorführer dieses Sohnes des Schamane aus einer Ramsprinz-Mutter, Josef Mayr jun., nach der Bekanntgabe des Urteils. Er hatte im vergangenen Jahr mit Damaskus den Siegerhengst gestellt und nun mit dem Hengst seines Vaters Josef Mayr erneut den Körsieger an der Hand. Gezogen wurde der Sieger bei Anton Willand jun. in Beuerberg, der 2006 als Züchter des 1. Reservesiegers Normativ bereits einen bedeutenden Erfolg hatte feiern können.
Den diesjährigen 1. Reservesieger stellte Markus Glonecker aus Feichten vor. Der Diabolo-Vandino-Sohn Diego stammt aus der Zucht von Xaver Buchberger jun. in Wackersberg. Zum 2. Reservesieger hatte die Kommission einen Hengst im Besitz des Haupt- und Landgestüts Schwaiganger erwählt. Der von Safir und Dirnstein abstammende Fuchs kommt aus der Zuchtstätte von Alban Kusterer in Waalhaupten und wurde auf den Namen Solero getauft. Erneut wurde auch ein Bewegungssieger gekürt: Ein von Anton Mair in Polling gezogener und ausgestellter Sohn des Rubinstein aus einer Mutter von Namibianer vom Oberland hatte „das Beste an Bewegung gezeigt“, so Dr. Tewes in seiner Schlusskommentierung.
Bei der anschließenden Versteigerung wurden zwölf Hengste angeboten, die zu einem Durchschnittspreis von 5.145 Euro zugeschlagen wurden. Den Spitzenpreis erzielte der Siegerhengst mit 8.400 Euro, ein Hengst wurde nach Schleswig-Holstein verkauft. Bis spät in die Nacht feierten die Züchter ihre Erfolge in der Olympia-Reithalle und auch der Siegerhengst war mitten im Geschehen dabei. Haflingerkörung: Doppelerfolg für Familie Kartmann
Mehr Zuschauer als in den vergangenen Jahren verfolgten die 6. Gemeinschaftskörung der Süddeutschen Pferdezuchtverbände. Die Kombination mit der FN-Bundesprämienvergabe hat die Attraktivität der Veranstaltung nochmals gesteigert. Haflingerinteressierten war zwei Tage lang ein dicht gedrängtes Programm geboten. Einen Zweifachtriumph feierten Johann und Eduard Kartmann aus Engelsberg: Sie stellten mit ihrem Novill-Nordano-Sohn aus eigener Zucht den Siegerhengst Edelbluthaflinger und mit dem von Josef Estendorfer in Hohenbrunn gezüchteten Junghengst von Sandro – Nerv auch gleich noch den Reservesieger. Zum Siegerhengst Haflinger (Reinzucht) kürte die Süddeutsche Körkommission Werano Gold, einen Sohn des Wagner-E von Sauro’s aus einer Mutter von Amor. Ausgestellt wurde der von Karl Reichinger in Bayerisch Gmain gezogene Hengst von Manfred Zuhr in Taufkirchen. Der Reservesieger kommt aus dem Zuchtgebiet Baden-Württemberg, gezogen von Wolfgang Schäfer in Karlsruhe und ausgestellt von Elke Kurz in Weiden. Er stammt ab von Maifürst – Nabucco/T. Insgesamt zwölf Hengste erhielten ein positives Körurteil. Blaues Band: Eine bayerische Siegerin
Zum dritten Mal wurde der Süddeutsche Elite-Stuten-Cup im Rahmen der Hengstkörung ausgetragen. Erstmals wurden alle angemeldeten Stuten, 13 an der Zahl, vorgestellt. Dies unterstreicht den hohen Stellenwert, den diese Prämierung mittlerweile erreicht hat, denn nur die je drei jahrgangsbesten dreijährigen Stuten der einzelnen Verbände sind hier startberechtigt. Die Siegerschärpe blieb auch in diesem Jahr in Bayern: Novita, eine Abendstern-Winterstein-Tochter aus der Zucht und im Besitz von Karl Stadler in Ziemetshausen konnte die fünfköpfige Jury sowohl an der Hand als auch im Freilaufen voll und ganz überzeugen. Aus Hessen kommt die 1. Reservesiegerin Nobelia. Die Tochter des Nobelius aus einer Mutter von Almblitz wurde von der Zuchtgemeinschaft Stange in Edertal-Bergheim gezüchtet und ausgestellt. Die 2. Reservesiegerin kommt aus dem Haflingergestüt Meura und trägt den Thüringer Brand; Ulani stammt ab von Steve aus einer Mutter von Albertus. Jurymitglied Klaus Biedenkopf, Hessen, hob in seiner Schlusskommentierung die hervorragende Qualität aller gezeigten Stuten hervor. Sie waren zur Ergebnisbekanntgabe zu einem beeindruckenden Gesamtbild im Präsentationsring aufmarschiert. FN-Bundesprämienvergabe: 24 Prämienhengste
Aus dem gesamten Bundesgebiet waren die insgesamt 44 gekörten und leistungsgeprüften 5- bis 12-jährigen Hengste, die sich um die Bundesprämie bewarben, angereist. Bereits am Samstag vergab eine je dreiköpfige Jury nach Dreiecksbahn und Schrittring die Bundesprämie in der Kategorie Haflinger bzw. Edelbluthaflinger. Am Sonntag wurden dann im Endring der Haflinger, der 13 Hengste umfasste, und im 11 Hengste umfassenden Endring der Edelbluthaflinger Sieger und Reservesieger ermittelt. Bundesprämiensieger in der Kategorie Haflinger wurde der von Andreas Meyer im fränkischen Plech ausgestellte, westfälisch gezogene Step by Step aus der Zucht von Reinhard Bickmann in Hörstel. Der Reservesieg blieb ebenfalls in Bayern: Er ging an Niriak, gezogen von Josef Traurig in Mainburg-Wambach und im Besitz von Gebhard Enzinger in Anger/Jechling.Santana heißt der Sieger in der Kategorie Edelbluthaflinger. Der von Anton Mayer in Bad Tölz gezogene Leistungsprüfungssieger war für das Zuchtgebiet Westfalen angetreten. Er steht im Besitz von Ulrich Böker in Bad Oeynhausen. Der Reservesieg ging an den Doppeleuropachampion Nevio aus der Zucht von Engelbert Linder in Rosshaupten. Der für Schleswig-Holstein/Hamburg angetretene Hengst wurde von Heinz Rohde in Schrum ausgestellt. Gelungener Schauabend: Gustav-Rau-Medaille für Wolfgang Kühlechner
Garniert waren die Kör- und Prämierungstage mit einem Schauabend am Samstag, der kurzweilig und abwechslungsreich gestaltet war. Das Motto des Abends, „der Haflinger als Pferd für alle Fälle“, war hier wahrlich Programm. Im Rahmen dieses Abends wurde Wolfgang Kühlechner, Macher vieler Schau- und Showprogramme von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, vertreten durch Monika Schmid-Vorbach, mit der Gustav-Rau-Medaille ausgezeichnet. In ihrer Laudatio beschrieb sie den sichtlich Überraschten, der diese Ehrung für seine Verdienste um die deutsche Pferdezucht erhielt, als leidenschaftlichen Pferdemann. Egal ob für eine große Europaschau oder eine kleine Regionalveranstaltung, immer sei er hilfsbereit und mit vollem Einsatz vor Ort, als Richter, als Organisator, als Macher des Schauprogramms. Wolfgang Kühlechner, über viele Jahre in München-Riem unermüdlich im Einsatz, war in diesem Jahr in den verdienten Ruhestand verabschiedet worden.
Quelle: S.Bergmann |