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Reiten als Gesundheitssport | Reiten als Gesundheitssport |
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Ausbilder informierten sich in Warendorf über das Warendorf (fn-press). Seit April dieses Jahres darf die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) als fünfter deutscher Spitzensportverband das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) vergeben. Dazu veranstaltete die FN Mitte September ein Informations- und Qualifizierungswochenende in Warendorf. Die von der FN und der Deutschen Akademie des Pferdes gemeinsam organisierte Veranstaltung lockte über 100 Teilnehmer nach Warendorf. Vorwiegend handelte es sich dabei um Übungsleiter Prävention, die zertifizierte Gesundheitssport-Kurse anbieten können. Der Gesundheitssport sei auf dem richtigen Weg. Man dürfe aber nicht müde werden, diese Art des Sporttreibens in Deutschland noch populärer zu machen, war der Tenor des Seminars. „Zivilisationskrankheiten greifen immer weiter um sich. Sie sind das Resultat einer bewegungsarmen Gesellschaft. Bewegung ist der Schlüssel zu einem gesunden Leben“, sagte Dr. Meike Riedel, Sportwissenschaftlerin an der Universität Dortmund und Verfasserin der Studie „Rückenfitness auf dem Pferderücken“. Reiten sei als Gesundheitssport besonders geeignet, „weil es den Menschen fördert und fordert.“ Dies konnten die Teilnehmer aus eigenen Erfahrungen bestätigen. Sorge bereiteten den Ausbildern nicht nur die zunehmenden Haltungsschäden bei Kindern und Jugendlichen, sondern vor allem auch deren teilweise starke Übergewichtigkeit. Gelegentlich sei es schon problematisch, für diese Klientel noch geeignete Ponys bereit zu stellen. Generell jedoch finde das Reiten unter gesundheitlichen Aspekten großen Anklang – bei Eltern wie Jugendlichen. „Die Kinder waren begeistert. Das Reiten hat ihnen von Tag zu Tag mehr Spaß gemacht“, erzählte eine Ausbilderin, die gesundheitsorientierte Ferienreitlehrgänge anbietet. So trage allein schon der Umgang mit dem Pferd dazu bei, Jugendliche zu mehr Bewegung zu motivieren. Die Bedeutung des „Mediums Pferd“ hob auch Sigrid Neubert (Leipzig) hervor. Die Ärztin stellte das standardisierte und evaluierte Programm „Reiten als Gesundheitsport – auch auf dem Pferd“ vor, das vom DOSB und der Bundsärztekammer als Grundlage für die Vergabe des Qualitätssiegels akzeptiert wurde. Dieser vom Gesundheitssportverein St. Georg Leipzig entwickelte dreimonatige Kurs wurde von der Universität Leipzig begleitet und von den Krankenkassen vor Ort unterstützt. Neun Personen, ein Mann und acht Frauen, beteiligten sich. Das Gesundheitsbild der Personen sei sehr unterschiedlich gewesen, erzählt die Vorsitzende des Vereins. Entsprechend aufgebaut war der Kurs. „Jede Trainingseinheit hatte drei Phasen: Nordic Walking zum Aufwärmen, eine Einheit auf dem Pferd und zum Abschluss Funktionsgymnastik.“ Bereits seit über zehn Jahren beschäftigt sich die FN mit dem Thema Reiten als Gesundheitssport. Mitte der 90er Jahre wurde erstmals ein Konzept erarbeitet. „Seitdem veranstaltet die Deutsche Akademie des Pferdes regelmäßig Kurse für die Zusatzqualifikation ‚Ausbilder im Reiten als Gesundheitssport’, berichtete Thies Kaspareit, Leiter der Akademie. Im April 2008 folgte der „Ritterschlag“: die Vergabe des DOSB-Qualitätssiegels an die FN und damit die offizielle Anerkennung des Reitens als Gesundheitssport. „Das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT ist auf Prävention, nicht auf Therapie und Rehabilitation ausgerichtet“, informierte Seminarleiter Thomas Ungruhe, Leiter der FN-Abteilung Breitensport, Vereine und Betriebe. „Entwickelt wurde es, um die Gesundheitsressourcen des Menschen zu stärken und eventuelles Missbefinden zu beseitigen.“ Das Qualitätssiegel sei zwar in einem ersten Schritt auf die Zielgruppe der Erwachsenen ausgerichtet, erzählte Ungruhe weiter. Den Verantwortlichen ist es allerdings wichtig, in einem zweiten Schritt ein spezielles Programm auch für Kinder und Jugendliche zu konzipieren und wissenschaftlich bewerten zu lassen. Darüber hinaus sollen nicht nur Reiter an dem Programm teilnehmen können, so Ungruhe. Es sollen Menschen, die vielleicht schon viele Jahre inaktiv waren, zusammen mit dem Pferd wieder Spaß an der in Bewegung gebracht werden finden. Die Kursanbieter beschäftigte vor allem die Frage, ob diese Präventionsmaßnahme künftig von den Krankenkassen anerkannt und bezahlt würde. Gabi Pfeifer, Ressortleiterin Gesundheitsport des DOSB betonte, dass das Qualitätssiegel zwar so konzipiert sei, dass es den Förderungsanforderungen einer Krankenkasse genüge. Sportvereine, die dieses Siegel tragen, könnten sich aber nicht darauf verlassen, dass ihre Kursteilnehmer einen Teilbetrag erstattet bekommen. Kursanbieter sollten interessierten Kursteilnehmern empfehlen, sich im Vorfeld mit der Krankenkasse in Verbindung zu setzen und die Frage der Kostenübernahme zu klären. Das Thema Reiten als Gesundheitssport steht immer öfter auf der Tagesordnung. Das zeigte nicht nur das Interesse und die Resonanz der Teilnehmer. So wies Thies Kaspareit auf den Kongress zum Thema „Gesundheit von Reiter und Pferd“ hin, mit dem die Deutsche Akademie des Pferdes vom 27. bis 28. November in Warendorf ihr zehnjähriges Bestehen feiert. Am ersten Kongresstag steht ausschließlich die Gesundheit des Reiters im Mittelpunkt. Damit trägt die Akademie der zunehmenden Bedeutung des Gesundheitsaspektes bezogen auf den Menschen Rechnung. Der Kongress richtet sich an Ausbilder und am ersten Tag auch an Ärzte, Physiotherapeuten, Krankengymnasten, Mitarbeiter von Krankenkassen und andere Vertreter des Gesundheitssystems. Die Veranstaltung steht allerdings auch allen anderen offen, die sich über die gesundheitsfördernden Aspekte des Reitens und/oder die Gesundheit des Pferdes informieren wollen, sagte Kaspareit. |
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