Turnier-Infos
Pony-EM in Freudenberg | Pony-EM in Freudenberg |
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Erfolgreiches Heimspiel für deutsche Ponyreiter Freudenberg (fn-press). Hoch erfolgreich für das deutsche Team sind in Freudenberg die Pony-Europameisterschaften in Dressur, Springen und Vielseitigkeit zu Ende gegangen. Die 14 deutschen Reiterinnen und Reiter sorgten dafür, dass in der Dressur nicht nur Mannschafts-Gold, sondern auch alle Einzel-Medaillen im Lande blieben. Sie holten Doppel-Silber und Einzel-Bronze in der Vielseitigkeit und zum guten Schluss Silber in der Einzelwertung Springen. Rund 15.000 Zuschauer zählte der Siegerländer Turnierveranstalter Freudenberg auf seiner Reitanlage „Auf der Hube“ hoch oberhalb Niederndorfs und auf der Geländestrecke in Junkernthal. Angelockt wurden sie von den Titelkämpfen der jüngsten Pferdesportler (bis 16 Jahre) und ihren hochkarätigen Ponys. An fünf Tagen bewarben sich 55 Teilnehmer aus 17 Nationen um die Medaillen in der Mannschafts- und Einzelwertung. Die Hauptrolle spielten dabei neben den Deutschen vor allem die Reiter aus Großbritannien, die mit Doppelgold in der Vielseitigkeit und im Springen sowie zweimal Bronze (Springen Einzel, Dressur Mannschaft) den Heimweg antraten. Vielseitigkeit Routiniert in der Austragung von Spring- und Dressurturnieren, feierten die Freudenberger mit der Ausrichtung einer Vielseitigkeitsprüfung, insbesondere einer Geländeprüfung, eine Premiere – mit Erfolg. Zwar musste sich die deutsche Mannschaft den schon nach der Dressur mit einem hauchdünnen Vorsprung führenden Briten geschlagen geben, doch mit Mannschaftssilber sowie einer Silbermedaille für Valeska Hauptmann (Allensbach) und Bronze für die deutsche Einzelreiterin Nina Stegemann (Westbevern) wurden auch die deutschen Reiter den Erwartungen ihrer Fans gerecht. Das für die Geländeprüfung benötigte Areal wurde von Friedrich Freiherr von Hövel in Junkernthal zur Verfügung gestellt, in das der im Ponysport versierte Parcourschef Gerd Haiber (Bisingen) einen rund 3.000 Meter langen Kurs mit 16 Hindernissen gezaubert hatte. Als erste Starterin ging Französin Clemence Lavenu mit Jade d’Hurlevent auf die Strecke und blieb nicht nur fehlerfrei, sondern auch exakt innerhalb der erlaubten Zeit – der beste Beweis für alle Nachfolgenden, dass sich der Kurs gut reiten ließ. Auch für das deutsche Team begann die Geländeprüfung mit einer Nullrunde. In nur vier Minuten und zwölf Sekunden kam Valeska Hauptmann, Tochter der Beststeller-Autorin Gaby Hauptmann, mit ihrem Pony Andy ins Ziel und belegte damit im Zwischenstand Platz drei. Ihrem Beispiel folgten vor rund 5.000 Zuschauern sowohl Nina Stegemann mit Mr. Hale Bob, die damit ihre Spitzenposition aus der Dressur beibehielt, als auch die zweite deutsche Mannschaftsreiterin Jenny Tönjes (Ganderkesee) mit Aircraft (Platz sechs). Auch für den einzigen Jungen im deutschen „Buschreiter“-Team, Ben Leuwer (Königswinter), verlief die Prüfung bis zum „Ententeich“ zunächst problemlos. Dort allerdings verweigerte sein Friedrichshof Nighttiger einmal kurz die Mitarbeit, was das Paar 20 Strafpunkte kostete. Trotz des kleinen Malheurs erreichten beide das Ziel innerhalb der erlaubten Zeit, fielen aber im Gesamtklassement vom dritten auf den 20. Platz zurück – noch hinter Leuwers Rodderberger Vereinskollegin Franca Lüdeke (Bonn). Für die Titelverteidigerin, die mit Hillery nach einem etwas verunglückten Start in der Dressur Platz 25 belegt hatte, blieb es bei 58,8 Minuspunkten. Von insgesamt 48 Startern kamen 45 ins Ziel, davon 34 ohne Hindernis- und 26 auch ohne Zeitfehler. Nur drei Paare mussten ausscheiden, darunter auch Caroline Svensson. Die Schwedin war der große Pechvogel des gelungenen Nachmittags: Sie fiel am letzten Hindernis vom Pferd und wurde vorsorglich in die Klinik gebracht, konnte aber schon kurze Zeit später wieder entlassen werden. Zu einem wahren Krimi entwickelte sich das abschließende Springen. So leistete sich lediglich Ben Leuwer zwei Abwürfe (Endstand 69,7 Minuspunkte/Platz 23); seine drei Mannschaftskolleginnen blieben fehlerfrei: Franca Lüdeke, die sich damit auf Platz zwölf im Gesamtklassement „vorarbeitete“ (58,8), Jenny Tönjes, deren Aircraft trotz eines im Parcours frei laufenden Hundes die Nerven behielt (46,7/Platz fünf) und Valeska Hauptmann (42,2). Doch auch die führenden Britinnen, die mit vier Nullrunden beim Geländeritt ihren Vorsprung auf die Deutschen auf 17 Punkte ausgebaut hatten, erwiesen sich als sichere Springer. Lediglich elf Strafpunkte für eine Verweigerung und Zeitfehler von Gina Ruck mit Ice cool Baileys kamen für die britische Mannschaft hinzu, die sich damit ihre dritte Goldmedaille in der Geschichte der Pony-EM sicherte. Auf dem Bronzerang landete die Mannschaft aus Italien, die vor allem vom Pech der nach Dressur und Gelände noch drittplatzierten belgischen Mannschaftsreiter (Platz sechs) profitierte, ebenso wie die Teams aus den Niederlanden (Platz vier) und Irland (Platz fünf). Pech hatte auch die deutsche Einzelreiterin Nina Stegemann mit Mr. Hale Bob. Sie startete als Führende nach Dressur und Springen als letzte Teilnehmerin in den Parcours. Dort sah es zunächst so aus, als sei ihr der Titel sicher - bis schließlich am letzten Hindernis die Stangen fielen. Damit machte die 14-Jährige Platz für ihre beiden engsten Verfolgerinnen, die Britin Libby Soley (Gold) mit Noble Springbok und Valeska Hauptmann (Silber), die beide fehlerfrei geblieben waren. Dennoch ging auch Nina Stegemann nicht „leer“ aus: Mit einem Endergebnis von 44,50 Minuspunkten gab es für sie und den ehemaligen Bundeschampion Mr. Hale Bob die Bronzemedaille. Dressur Anders als die Vielseitigkeitsreiter ließen die deutschen Dressurreiter den aus elf Ländern angereisten Gästen keine Chance. Bereits bei der Nominierung war klar, dass die Konkurrenz der vier vor allem aus den eigenen Reihen kommen würden. Denn das deutsche Quartett war komplett mit Ponys beritten, die alle schon mindestens einmal den Europameistertitel in der Einzelwertung erzielt hatten. Allen voran der bewährte 16-jährige rheinische Hengst Dornik B, der mit seiner Reiterin Louisa Lüttgen (Kerpen) bereits in der Einlaufprüfung die Nase vorn hatte und diesen Erfolg später im Finale wiederholte. Lediglich einmal bei diesen Europameisterschaften musste sich der Hengst einer „Dame“ geschlagen geben: Zum Mannschaftsgold des deutschen Teams vor den Niederlanden und Großbritannien trugen Carlotta Hassenbürger (Hagen) und Dulcia mit 75,79 Prozent etwas mehr bei als Lüttgen/Dornik B (74.947). Ebenfalls am Mannschaftsgold beteiligt waren die Bad Homburger Geschwister Sanneke und Sönke Rothenberger, die mit ihren Ponys Konrad (72,684) beziehungsweise Deinhard B (72,947) keine 0,3 Punkte auseinander lagen. So gering der Abstand war, um so härter waren allerdings die Folgen. Denn in diesem Jahr durften erstmals auch bei den Ponyreitern – wie bei den Junioren, Jungen Reitern und Senioren schon lange üblich – nur jeweils drei Paare einer Nation ins Finale einziehen. Das „Los“ traf Sanneke Rothenberger, die ihrem Bruder den Vortritt lassen musste. Sie revanchierte sich, indem sie die Trostprüfung mit sechs Punkten Vorsprung vor dem übrigen Starterfeld überlegen gewann. Im Dressur-Finale machte das deutsche Trio die Medaillen unter sich aus, wobei Dornik B mit seinem Ergebnis von 77,35 Prozent einen Rekord aufstellte und sich als erstes Pony den vierten Europameistertitel in der Einzelwertung (2000, 2001 mit Marion Engelen, 2004 mit Anna von Negri) holte. Die Silbermedaille ging an Carlotta Hassenbürger im Sattel der Vorjahres-Doppeleuropameisterin Dulcia. Mit 73,0 auf dem Bronzerang landete das mit zwölf Jahren jüngste Mitglied im deutschen Aufgebot: Sönke Rothenberger mit dem Dornik B-Sohn Deinhard B, Doppeleuropameister des Jahres 2005 unter Anna von Negri. „Das war einfach toll“, strahlte Cornelia Endres (Dülmen-Buldern). Die Bundestrainerin hatte gut lachen, denn sie sicherte sich mit ihren Schützlingen nicht nur die 18. Mannschaftsgoldmedaille in Folge, sondern auch zum insgesamt siebten Mal alle Medaillen in der Einzelwertung. Die Silbermedaille in der Teamwertung ging wie so oft an die Niederlande, auf dem Bronzerang landete das britische Dressur-Quartett. Springen Während bei den Dressurreitern verständlicherweise große Freude herrschte, machte sich bei den Springreitern nach dem Nationenpreis erst einmal Enttäuschung breit. Noch während die deutsche Nationalhymne zu Ehren der erfolgreichen Dressurreiter erklang, kursierte im Springlager der Spruch, dass es sich dabei wohl um eine „Dressur-Hymne“ handele. Dabei hatte der Nationenpreis auch für das Quartett von Bundestrainer Peter Teeuwen (Hanstedt) zunächst mit einer Nullrunde von Carolin Zell (Schermbeck) mit Wombel vielversprechend begonnen. Dazu kamen lediglich fünf beziehungsweise sechs Strafpunkte durch Laura Klaphake (Steinfeld) mit Jerome und Schlussreiter Maurice Tebbel (Emsbüren). „Nach der ersten Runde war alles noch im ‚grünen’ Bereich, wir lagen mit elf Strafpunkten an vierter Stelle und ich habe gehofft, dass wir uns im zweiten Umlauf noch verbessern könnten“, so Teeuwen. Allerdings bestätigte wenig später nur Carolin Zell die Hoffnungen des Bundestrainers. Sie kam mit einem Abwurf aus dem Parcours. Doch schon für Laura Klaphake schlugen eine Verweigerung, ein darauffolgender Abwurf sowie drei Zeitfehler zu Buche. Noch schlimmer traf es Cassandra Orschel (Henstedt-Ulzburg) und Megan, bei der letzten Sichtung in Aach noch das stärkste deutsche Paar. Die beiden hatten bereits im ersten Umlauf mit zwölf Strafpunkten das Streichergebnis für das deutsche Team geliefert – in der zweiten Runde kamen vier Abwürfe, 16 Strafpunkte, hinzu. Und noch immer war die Pechsträhne der Deutschen damit nicht zu Ende, denn Maurice Tebbel, der sich bei einer Verweigerung seiner Patty leicht an einem Hindernisständer verletzt hatte, gab nach einem weiteren Abwurf auf. Dafür wurden ihm 80 Strafpunkte angerechnet, was etwaige Hoffnungen auf einen Einzug ins Finale am Sonntag zunichte machte. Ebenfalls auf den Start im Finale verzichteten Cassandra Orschel sowie der deutsche Einzelreiter Josch Löhden (Heeslingen), dessen Bubbles Lollipop sich im ersten Wertungsspringen nicht mit den überbauten Wassergräben – eigentlich blaue, mit Wasser gefüllte Plastikplanen – hatte anfreunden können und der nach zwei Verweigerungen ausschied. Zwar rehabilitierten sich die 15-Jährige mit einer ordentlichen, nur mit zwei Abwürfen behafteten Runde in der zweiten Wertungsprüfung (erster Umlauf des Nationenpreises), wegen seines hohen Punktestandes verzichtete der EM-Debütant allerdings auf einen weiteren Start. Damit lag es an Laura Klaphake (Endstand 25 Strafpunkte/Platz zwölf) und insbesondere an Carolin Zell, die deutsche Ehre im Springreiter-Finale zu retten. Mit nur vier Punkten aus den ersten Wertungsprüfungen – erstmals wurden bei einer Pony-EM die Strafpunkte aus allen Prüfungen für den Gesamtsieg addiert – rangierte Zell vor dem letzten Umlauf des Finales gemeinsam mit drei weiteren Reitern auf Platz eins. Lachende Fünfte war die Britin Zoe Adams, die mit VIP Tixylix in diesem Sommer bereits den Großen Preis in Aach gewinnen konnte. Sie legte im zweiten Umlauf eine Nullrunde vor, erhielt sich damit ihre fünf Strafpunkten aus den ersten Prüfungen und konnte in Ruhe zusehen, wie sich die vier nachfolgenden Reiter einer nach dem anderen hinter ihr einreihten. Je einen Abwurf kassierten Carolin Zell mit Wombel und James Smith (Großbritannien) mit Mr. Nice Guy, zwei schlugen für den Niederländer Frank Schuttert mit Golden Eye zu Buche. Hart traf es den Belgier Constant van Paesschen. Sein Pony Angel – 2003 mit Nina Hentschel bei EM für Deutschland im Einsatz – verweigerte zunächst am Einsprung der zweifachen Kombination und dann noch einmal am letzten Hindernis die Mitarbeit, worauf das Paar ausscheiden musste. Damit war Zoe Adams Europameisterin und für Carolin Zell und James Smith hieß es, um die Silbermedaille stechen zu müssen. Mit einer Nullrunde in nur 34,19 Sekunden war Carolin Zell zu schnell für Smith (34,40) – sie bekam Silber, er die Bronzemedaille. So wurde zum Abschluss zwar wieder nicht die deutsche Hymne gespielt – der Bundestrainer, die deutsche Mannschaft und ihre Fans waren mit diesem Ausgang der EM jedoch mehr als versöhnt. |
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