|
(c) cms-medien.de
GERMAN CLASSICS mit neuem Zuschauerrekord: Otto Becker siegt und nimmt Abschied
Die abschließende Springprüfung, der EURO-LEASING Grand Prix, stand im Zeichen von Otto Becker (Sendenhorst). Der gebürtige Franke setzte sich im zweiten Umlauf des mit 150.000 Euro dotierten Großen Preis von Hannover, der Wertungsprüfung zur Riders Tour, mit einem rasanten Ritt gegen seine zehn Kontrahenten mit einer fehlerfreien in 32,93 Sekunden durch. Der 49-Jährige stieß mit ECL Lunatic als sechster Teilnehmer des zweiten Umlaufs die bis dahin Führende Janne-Friederike Meyer (Schenefeld) auf Lambrasco vom Thron (0/35,20). Dritter wurde der Schwede Svante Johansson auf Saint Amour (0/35,53). Der Führende der Riders Tour, Carsten-Otto Nagel (Wedel), verzeichnete einen Abwurf mit Corradina und wurde Achter. Die Führung im Riders Tour Ranking verlor der Holsteiner dadurch nicht (66 Punkte). Sein Vorsprung zu Janne-Friederike Meyer (50 Punkte) verringerte sich von 25 auf 16 Punkte. Dritter im Riders-Tour Ranking ist Marcus Ehning (Borken), der jedoch mit 32 Punkten nicht mehr ins Riders Tour Geschehen eingreifen kann.
Der Veranstalter bereitete Otto Becker, der zum 1.1.2009 das Amt des Cheftrainers der Springreiter antritt, einen ergreifenden Abschied. Es war ein Abschied vom Hannoveraner Publikum geplant. Otto Becker wollte seine aktive Laufbahn zum Januar beenden. Bettina und Paul Schockemöhle überraschten Otto Becker, indem sie sein ehemaliges Erfolgspferd Cento heimlich nach Hannover brachten. Mit Tränen erstickter Stimme griff Otto Becker zum Mikrofon: „Es ist gerade alles ein bisschen viel – eine absolute Überraschung.“ Bevor er auf Cento zur Ehrenrunde aufbrach und die Bilder der Erfolge von Becker und Cento durch die Köpfe der Zuschauer flimmerten, beendete er seine Ansprache mit den Worten: „Ich wollte auf dem Höhepunkt aufhören. Deshalb wird dieser Erfolg auch mein letzter gewesen sein.“ Otto Becker verkündete seinen offiziellen Abschied aus dem aktiven Sport, zu dem er sich kurzfristig entschlossen hatte. Die GERMAN CLASSICS eröffneten die achte Weltcup-Saison in der Geschichte des Vierspännersports. Es war an Rasanz nicht zu überbieten, was die sechs Fahrer ablieferten. Das Publikum stand Kopf und feuerte die Leinenkünstler frenetisch an. Das Zeit-Hindernisfahren mit zwei Umläufen wurde von PAUL SCHOCKEMÖHLE LOGISTICS präsentiert. Die ersten Weltcup-Punkte heimste Ysbrand Chardon (NED) mit seinen vier vierbeinigen Kollegen Thomas, Thalita, Capser und Maxi ein und nahm die Siegprämie in Höhe von 6.500 Euro mit (0 Strafsekunden/238,76 Sekunden). Der Niederländer freute sich über seine guten Leistungen umso mehr, da er rechts vorne ein neues Pferd eingespannt hatte. „Ich bin zum dritten Mal in Hannover. Die Bedingungen sind wieder sehr gut“, stellte der viermalige Weltmeister dem Veranstalter Paul Schockemöhle ein gutes Zeugnis aus. Den zweiten Platz belegte Josef Jun Dobrovitz (HUN) (15 Strafsekunden/252,42 Sekunden) vor Koos de Ronde (NED, 25 Strafsenkunden/255,71 Sekunden). Die deutschen Farben vertrat der Viertplatzierte Christoph Sandmann (Lähden). „Ich fahre das gleiche Gespann wie draußen. Mit der ersten Runde gestern war ich nicht zufrieden, aber heute habe ich mein Ziel unter die ersten Drei zu kommen, nur ganz knapp verpasst“, so Sandmann.
Nach dem Auftakt in Hannover geht es im Weltcup in Stuttgart, Stockholm, Budapest, Genf, Mechelen und Leipzig weiter. Das Finale wird in Göteburg (19. – 22.02.2009) ausgetragen.
In der Grand Prix Kür, dem Dentallabor Kröly Preis, tanzten sich die Pferde in das Herz des Hannoveraner Publikums. Ob rockige und ruhige Klänge, das fachkundige Publikum honorierte die Leistungen der Aktiven. Mit 77,36 Prozent gewann Isabell Werth (Rheinberg) auf First Class. Die Mannschaftsolympiasiegerin aus Hong Kong hat den Florestan-Zögling seit eineinhalb Jahren unter dem Sattel und bestritt im Januar den ersten Kurz-Prix mit dem neunjährigen Wallach. „Er ging gestern locker durch die Prüfung und zeigte heute eine gute Kür. Das hat mich selbst etwas überrascht, da wir uns mehr auf den Grand Prix konzentriert haben“, erklärt die Juristin, die sich bis zum Ende des Jahres sportlich auf den Weltcup konzentrieren wird.
Die Zweitplatzierte Heike Kemmer mit Rubin Royal war ebenfalls sehr zufrieden mit den Leistungen ihres zehnjährigen Hengstes (77,21 Prozent): „Er ist ein tollen Grand Prix gegangen und hat auch in der Kür keine Fehler gemacht. Er hat sich optimal präsentiert, da er mit einem super Nervenkostüm ausgestattet ist.“ Dieses starke Nervenkostüm stellte er bereits bei diversen Showauftritten beispielsweise auf der Equitana und der Jagd & Pferd unter Beweis. Die Diplom-Betriebswirtin wurde als erfolgreichste Dressurreiterin des Turniers geehrt. Die Ehrung wurde von TESCH Inkasso präsentiert. Auch für Heike Kemmer steht in den kommenden Monaten eine Teilnahme am Weltcup im Vordergrund.
Die Hong Kong Golddamen waren sich einig, dass die GERMAN CLASSICS in Hannover Anlaufpunkte für ein „absolut tolles Dressurpublikum“ sind, wie Heike Kemmer es auf den Punkt brachte.
Neuer Zuschauerrekord: 41.000 Zuschauer und damit knapp 3.000 Zuschauer mehr als im letzten Jahr machten die GERMAN CLASSICS zu einem unvergesslichen Event und zauberten eine einzigartige Stimmung in die Messehalle 2. „Das Publikum hat die richtige Stimmung mitgebracht und wir wurden darin bestärkt, dass die Erweiterung auf vier Disziplinen unter einem Dach die richtige Wahl war“, resümierte Organisatorin Bettina Schockemöhle. Veranstalter Paul Schockemöhle fügt abschließend hinzu: „Wir haben dem Publikum zu danken, die immer zu diesem Turnier gestanden haben.“
Quelle: comtainment.de |