Turnier-Infos
Miranda Rongen und Devereaux WM-Gewinner | Miranda Rongen und Devereaux WM-Gewinner |
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Miranda Rongen und Devereaux WM-Gewinner – Verden lockt rund 40.000 Zuschauer Verden – Europa rückt fraglos zusammen: Die Niederländerin Miranda Rongen gewann mit einem sechs Jahre alten Wallach mit dem französischen Namen Devereaux WM-Gold im Dressurviereck und Devereaux entstammt der Oldenburger Warmblutzucht. Er ist ein Sohn des Dressur-Derbysiegers De Niro aus einer Rohdiamant-Mutter. Das niederländisch-deutsche Duo wiederholte am Sonntag im Finale der Weltmeisterschaft der sechs Jahre alten Dressurpferde den Erfolg aus der Qualifikation und bescherte Züchterin Auguste Berding aus Dinklage und Besitzer Harry Rongen (Niederlande) damit einen begehrten Erfolg. Devereaux erhielt Top-Noten für seinen Trab, beeindruckte mit Losgelassenheit und Ausgeglichenheit und erhielt folglich auch höchstes Lob für den Gesamteindruck. „Einfach glücklich,“ sei sie – ließ die Reiterin wissen und das gab auch Silbermediallengewinner Hans-Peter Minderhoud zu Protokoll. Der Niederländer steigerte sich mit dem niederländischen Wallach Freebird Ucelli noch einmal im Finale. Der Weltmeister der fünf Jahre alten Dressurpferde 2006 – Uzzo – wurde mit Patrick van der Meer (Niederlande) Dritter. Der Portugiese Miguel Raiao Duarte war gleich nach seinem grandiosen Sieg in der Grand Prix Kür mit Oxalis Meia Lua auf der „Flucht“. In Zylinder, Reitrock und Stiefeln sauste der Dressurreiter in wilder Hast über das Rennbahngelände, ließ Pferd und Pfleger „im Stich“ und das alles wegen etwas Champagner. Den wollten ihm seine portugiesischen Fans kredenzen – nicht im Glas, sondern sprühend aus der gut geschüttelten Magnum-Flasche. Die Freude über den Sieg beim Internationalen Dressur- und Springfestival in einer der drei Hauptprüfungen mit der Lusitano-Stute war in der Tat überschäumend, ist es doch ein besonderes Vergnügen, im Zentrum einer der erfolgreichsten deutschen Warmblutzuchten zu triumphieren. Oxalis, eine eindrucksvolle Schimmelstute, bescherte ihrem Reiter satte 70,50 Prozent. Gleich dahinter platzierten sich Holga Finken aus Kirchwalsede mit dem elf Jahre alten Hannoveraner Wunschtraum und die US-Amerikanerin Catherine Haddad mit Cadillac. Die Italienerin Anna Paprocka Campanella wurde Vierte – übrigens mit dem Pferd, mit dem Pferdewirtschaftsmeister Hubertus Schmidt (Borchen) genau acht Tage zuvor in Gera DM-Gold gewann – Andretti. Höhepunkt im Parcours war der mit 20.000 Euro dotierte Große Preis von Verden, Cellagon-Preis. Den schnappte die Amazone Julia Brauweiler auf Buddelei Jet Set der versammelten Konkurrenz im Stechen der schweren Springprüfung buchstäblich vor der Nase weg. In 38,62 Sekunden blieb die Osnabrückerin ohne Fehler. „Der letzte Reiter im Stechen hätte noch gefährlich werden können, aber nun hat es geklappt,“ freute sich die Niedersächsin, die u.a. den dreimaligen Derbysieger Toni Haßmann auf die Plätze verwies. Mit vielen Komplimenten wurde das Internationale Dressur- und Spring-Festival in Verden bedacht. Auch der Schauabend lockte etliche Fans guter Unterhaltung und so konnte die Verdener Turniergesellschaft mbH rund 40.000 Zuschauer an fünf Turniertagen vermelden. Zu den gesellschaftlichen Höhepunkten zählte der sportliche Auftritt von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen: Die bekennende Reiterin, die während ihrer Studienzeit auch im Hannoveraner Auktionsteam arbeitete, glänzte im Sattel des Hengstes Breitling W von Werth-Trainer Wolfram Wittig (Rahden) mit Piaffen, Passagen und fliegenden Galoppwechseln in der Arena. „Ein Traumpferd,“ freute sich die Ministerin, die nur einmal vor dem großen Auftritt Zeit zum üben mit Breitling hatte. „Eine Reiterin mit Feingefühl“, konstatierte Doppel-Weltmeisterin Isabell Werth (Rheinberg), die den Auftritt des Dreamteams kommentierte. Neben von der Leyen glänzten Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust (Hamburg) und Schauspieler Philipp von Schulthess (dreht gerade neben Tom Cruise in Berlin Valkyrie) im Springparcours und im Formel 1-Sulky von Mini-Shetties. Krönender Schlusspunkt des Abends war die Große Celler Dressur-Quadrille mit 16 Hengsten der Landespferdezucht. Das Resümee von Turnierleiter Dr. Burkart Fischer fiel positiv aus. Die Verkürzung der Wege, das kompakte Prüfungsangebot wurden von Reitern wie Zuschauern gut angenommen. „Wir haben sicher unsere endgültige Größe erreicht,“ so Fischer, „wir brauchen aber auch gelegentlich Championate wie eine Deutsche – oder eine Europameisterschaft um wirtschaftlich das Niveau zu halten.“ Verdens Internationales Dressur- und Spring-Festival war bereits zum siebten Mal Standort der Weltmeisterschaften der Jungen Dressurpferde. |
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