(c) cms-medien.de
Olympische Dressur: Gold für Deutschland
Hongkong/HKG (fn-press). Die deutschen Dressurreiter bleiben weiter ungeschlagen. Bei den Olympischen Reiterspielen in Hongkong setzten sie ihre Siegesserie fort. Seit 1976 gingen alle Mannschaftsgoldmedaillen an Deutschland. Insgesamt ist es das zwölfe Gold für ein deutsches Dressurteam seit 1912. Silber ging an die Niederlande. Dänemark gewann Bronze. Elf Nationen stellten Teams.
"Ich bin glücklich. Wir haben allen Unkenrufen zum Trotz, die Goldmedaille geholt," sagte Isabell Werth (Rheinberg) nach dem Ritt. Erstmals waren die goldgewöhnten Deutschen nicht so siegessicher zu Olympischen Spielen gefahren. Im vergangenen Jahr hatten die Niederländer die Deutschen bei den Europameisterschaften in Italien geschlagen und eine bis dahin 42-jährige Dominanz gebrochen. Bei der letzten Sichtung beim CHIO in Aachen beflügelte die starke niederländische Reservereiterin die Phantasien über die Stärke des holländischen Teams. Hinzu kam die neue "Drei-Reiter-Regel", wonach jede Nation nur noch maximal drei Reiter bei Olympischen Spielen stellen darf. Damit entfiel also das Streichergebnis, so dass sich keiner im Team Schwächen erlauben durfte. Das taten sie auch nicht. Bereits am ersten Tag erzielte Heike Kemmer (Winsen) mit Bonaparte im Grand Prix 72,250 Prozent und nahm damit Kurs auf Gold: "Uns war klar, dass die Holländer uns im Nacken sitzen. Aber wir haben als Team einen super starken Zusammenhalt. Und wir wollten dem Erfolg der Vielseitigkeitsreiter nicht nachstehen." Schließlich überrundete sie mit diesem Ergebnis die beiden ersten niederländischen Teamreiter, die ebenfalls am ersten Tag ihren Einsatz hatten. Mit 70,083 Prozent hielt Nadine Capellmann (Würselen) mit Elvis VA den Spitzenplatz des deutschen Teams aufrecht. Bis Anky van Grunsven kam. Die Niederländerin wurde für ihre Vorstellung mit Salinero von den Richtern mit 74,750 Prozent belohnt und brachte damit ihr Team in Führung. "Isabell muss jetzt alles geben," sagte Nadine Capellmann nach ihrem Ritt. Sie hielt sich daran. Als die vierfache Olympiasiegerin mit Satchmo das Viereck betrat, wusste sie, dass sie mindestens 73 Prozent erzielen musste. So knapp wollte sie es nicht machen. Mit einem Ergebnis von 76,417 Prozent sicherte sie dem Team die Goldmedaille und sich Platz eins im Grand Prix. "Wir haben unser Gold schon am ersten Wettkampftag verloren," sagte Anky van Grunsven, die in der Einzelwertung Zweite wurde vor Heike Kemmer. Nadine Capellmann landete auf Platz neun. Damit können alle drei deutschen Reiterinnen auf weiteres Edelmetall hoffen. Die besten 25 Paare des Grand Prix kommen in der Einzelwertung weiter. Sie haben sich im Grand Prix für den Grand Prix Special qualifiziert. Wiederum die besten 15 Paare dieser Prüfung ziehen ins Einzelfinale ein - den Grand Prix Kür. Olympiasieger wird, wer den höchsten Wert aus der Addition der Ergebnisse des Grand Prix Special und der Grand Prix Kür erreicht. Star des Tages war die Doppelweltmeisterin von 2006. "Isabell ist die Königin. Satchmo ist zur Zeit in unglaublicher Form. Das war ein ganz starker Ritt von Isabell. Sie hat im Hinblick auf die Einzelwertung ein deutliches Zeichen gesetzt," begeisterte sich Breido Graf zu Rantzau (Breitenburg), Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). "Zwei Goldmedaillen waren unser Mindestziel. Jetzt sind es schon drei und wir hoffen, dass noch weitere folgen." An Isabell Werth soll es nicht scheitern. Sie hat sogar noch Luft nach oben, denn um das Teamergebnis nicht zu gefährden, hat sie sich nach eigenem Bekunden zurückgehalten. "Ich bin kein volles Risiko gegangen." Versprechen und Drohung zugleich. Morgen haben die Dressurreiter einen Tag Pause und die Springreiter übernehmen. Am Samstag, 17. August, heißt es dann wieder volle Konzentration für Werth und Satchmo, Kemmer und Bonaparte, Cappellmann und Elvis VA.
Quelle: fn-press/ Adelheid Borchardt Fotos von den Olympischen Reiterspielen finden Sie unter: www.reitsportfotos.eu |