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ESSA strebt Anerkennung der europäischen Staatsgestüte als Europäisches Kulturerbe an - Weltrekord im Quadrillereiten gelungen
Mannheim (ESSA). Das Kooperationsnetzwerk der europäischen Staatsgestüte (European State Studs Assembly, ESSA) möchte die gemeinsame Anerkennung aller europäischen Staatsgestüte als Europäisches Kulturerbe erreichen. Bei der FEI Europameisterschaft der Springreiter in Mannheim (14.-19. August 2007) ist die ESSA, die seit 2005 als „Permanent Conference of Europe’s National and Traditional Studs“ einmal jährlich zusammentrifft, erstmals an die breite Öffentlichkeit getreten. ESSA stellte ihre Ziele und Beweggründe mit einer großen Fotoausstellung auf dem Turniergelände und mit der Weltrekord-Quadrille von 80 Hengsten aus europäischen Staatsgestüten während des Gala-Abends am 18. August vor.
Die Quadrille stellte einen Weltrekord im Guiness-Buch auf und wurde angeführt von den Reitern des Haupt- und Landgestüts Marbach, die mit 14 Hengsten die größte Abordnung bildeten. Außerdem waren dabei Reiter und Hengste aus dem Tschechischen Nationalgestüt Kladruby, aus dem Lippizaner-Gestüt Lipica in Slowenien, dem Slowakischen Nationalgestüt Topolcianky, aus dem Ungarischen Staatsgestüt Babolna, dem Österreichischen Staatsgestüt Piber, dem Schweizer Nationalgestüt Avenches, aus drei polnischen und zwei französischen Staatsgestüten sowie aus den deutschen Landgestüten Zweibrücken (Rheinland-Pfalz-Saar) und Moritzburg (Sachsen), den deutschen Haupt- und Landgestüten Neustadt-Dosse und Schwaiganger. Die europäischen Staatsgestüte möchten gemeinschaftlich zu einer Stärkung der europäischen Identität beitragen und die Bedeutung des europäischen Kulturgutes „Pferd“ vermitteln. Dabei setzen sie auf eine gemeinsame Interessensvertretung, die ESSA, die nicht nur die Außenwahrnehmung stärkt, sondern auch zu einer Verbesserung des fachlichen und züchterischen Austausches zwischen den Gestüten führen soll. Als oberstes Ziel hat sich die ESSA die Anerkennung der europäischen Staatsgestüte als Europäisches Kulturerbe gesetzt. Denn das Pferd in seiner Vielgestaltigkeit und Vielseitigkeit ist auf das Engste mit der Kulturgeschichte der Menschheit verbunden. Pferde prägten das menschliche Dasein als Nutztier und Freizeitpartner und wurden ihrerseits durch züchterische Veränderung geprägt. Dies trifft in besonderem Maße auf die europäischen Pferderassen zu, die in ihrer Vielfalt auf einzigartige Weise die Symbiose zwischen Natur und Kultur, zwischen Schönheit und Nutzen dokumentieren. Die europäischen Staatsgestüte leisten zur Erhaltung dieser Werte den entscheidenden Beitrag, indem sie das Kulturgut „Pferd“ bewahren, pflegen und weiter entwickeln. Die Staatsgestüte verstehen sich als „Kulturgut-Pflegende“ und „Kulturgut-Schaffende“, die durch ihre züchterische und fachliche Arbeit den Fortbestand der verschiedenen Pferderassen gewährleisten und gleichzeitig auf Grund ihrer Geschichte und Tradition großartige Zeugnisse der Bau- und Kulturgeschichte geben. Zudem fördern sie in ihrer Funktion als Arbeitgeber, Ausbilder, Veranstalter und touristische Attraktion die Entwicklung der Wirtschaftsregionen der jeweiligen Länder.
Quelle: M.Kolb Fotos: www.reitsportfotos.eu |