| Deutsche Springreiter enttäuschen bisher |
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Da aber nur acht Mannschaften in den zweiten Umlauf weiterkommen, war Hoffen, Bangen und Zittern angesagt. Nur noch die Fehler der nachfolgenden Reiter konnten die Deutschen wieder zurück ins Spiel um die Mannschaftsmedaille bringen. Den Gefallen taten Deutschland dann die Brasilianer. Nach einem spannenden und schweren Springen teilen sich nun mit je zwölf Fehlerpunkten die Schweiz und die USA die Führung. Knapp dahinter folgt Schweden (13 Punkte) vor Großbritannien, das sich zusammen mit Canada den vierten Platz (16 Punkte) teilt. Auf Platz sechs liegen die Niederlande und Norwegen (17 Punkte) und da auch die Australier wie die Deutschen 20 Punkte haben, gehen morgen neun Teams an den Start. Damit ist wieder alles offen. "Wir sind nur zwei Abwürfe von Gold entfernt. Es ist noch alles drin," sagte Ludger Beerbaum. Dass der erste Teil der Mannschaftsentscheidung so versöhnlich enden würde, hatte zur Halbzeit keiner gedacht. Lange sah es danach aus, als würde es ein rabenschwarzer Tag für die Deutschen werden. Das Drama begann mit dem Ritt von Christian Ahlmann (Marl) mit Cöster, der als erster Deutscher acht Fehlerpunkte auf das gemeinsame Olympiakonto einzahlte. "Ich habe versucht als erster Starter eine gute Runde zu gehen und der Mannschaft so Sicherheit zu geben. Ich hoffte zu dem Zeitpunkt nach meinem Ritt, das Streichergebnis zu bleiben." Mit drei Abwürfen und Zeitüberschreitung machte Marco Kutscher (Riesenbeck) mit Cornet Obolensky Ahlmann Konkurrenz in Sachen Streichergebnis. Mit 13 Fehlerpunkten ließ er die Kasse klingeln. "Nach dem Wassergraben war alles Mist. Der ganze Parcours danach war im Eimer. Meine Runde war eine Katastrophe. Unser Plan ist überhaupt nicht aufgegangen. Ich bin sehr enttäuscht," kommentierte Kutscher, der vor vier Jahren bei den Spielen in Athen Bronze im Einzel und im Team gewann, seine Vorstellung. Noch hofften Bundestrainer, Offizielle und Springfans auf die erste deutsche Nullrunde, als Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) mit Shutterfly einritt. Ein Abwurf war das Ergebnis der gebürtigen US-Amerikanerin und Weltranglistenersten, die mit Favoritenstatus nach China gereist war. Also weiter warten auf einen fehlerfreien Ritt für die deutsche Equipe. Immerhin hatten die Deutschen mit Ludger Beerbaum (Riesenbeck) noch einen Kandidaten für fehlerlose Runden im "Rennen". Aber auch der dreifache Mannschaftsolympiasieger konnte bei seinen sechsten Olympischen Spielen die Achterbahnfahrt der Springreiter nicht beenden. Mit All Inclusive NRW trug er mit zwei Abwürfen acht Fehlerpunkte zu einer unerfreulichen Zwischenbilanz bei: 20 Fehlerpunkte, Einzug ins Finale möglicherweise verpasst und ganz schlechte Stimmung. "Wir Deutschen waren heute nicht gut genug," fasste es Meredith Michaels-Beerbaum, Bronzemedaillengewinnerin (Team und Einzel) der Weltmeisterschaften 2006, knapp zusammen. Das sah auch ihr Schwager so. "Dabei waren wir bis in die Haarspitzen motiviert. Das Ergebnis ist bescheiden. Wir müssen zittern, weiterzukommen. Mein Pferd war im richtigen Moment fit und ist heute gut gesprungen. Unser Ergebnis ist nicht akzeptabel," sagte Ludger Beerbaum kurz nach seinem Ritt. "Ich kann es nicht erklären. Es war keine Harmonie zu sehen. Cöster war in beiden Runden bescheiden. Cornet Obolensky war bis zum Wassergraben gut, danach war er von der Rolle. Shutterfly ist an sich super gesprungen. Es war Pech. Die eine Stange hätte auch liegen bleiben können," zeigte sich Bundestrainer Kurt Gravemeier (Münster) ratlos und enttäuscht. Nach der ersten Qualifikation am vergangenen Freitag und dem ersten Umlauf heute liegt Meredith Michaels-Beerbaum im Einzelclassement mit insgesamt 10 Fehlerpunken auf dem 26. Platz. Es folgen Christian Ahlmann, Mannschaftsbronzemedaillengewinner 2004, und Ludger Beerbaum mit je 18 Fehlerpunkten auf dem 40. und Marco Kutscher mit insgesamt 19 Fehlerpunkten auf dem 44. Platz. Die Führung halten der US-Amerikaner McLain Ward mit Sapphire und der Kanadier Eric Lamaze mit Hickstead, die bisher alle Springen ohne Fehler absolvierten. "Alles in allem müssen wir uns jetzt mehr zusammenreißen. Es ist alles möglich: Lange Gesichter oder strahlendes Lachen," hatte Ludger Beerbaum im kollektiven Stimmungstief gesagt. Die Deutschen konnten zum Abschluss des heutigen Springens wieder strahlen. Ein neuer Umlauf und ein neuer Parcours - morgen wartet eine neue Chance auf die Reiter, die sie hoffentlich weniger nervenaufreibend nutzen. |
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