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Deutsche Springreiter auf dem 5. Platz PDF Drucken

Marco Kutscher während der Olympiade in Hongkong (c) CMS-MEDIEN / TH  (c) cms-medien.de

Olympische Spiele Springen: Deutsches Springreiter-Team enttäuscht

Hongkong/HKG (fn-press). Mit einem enttäuschenden fünften Platz für die deutschen Springreiter endete der Mannschaftswettbewerb bei den Olympischen Reiterspielen in Hongkong. Hochfavorisiert angereist war bei Beerbaum & Co. vom ersten Springen an der Wurm drin. Zum Schluss summierten sich die Fehler aus beiden Team-Umläufen auf 34 Strafpunkte. Mannschaftsolympiasieger wurden die USA, die sich im Stechen um Gold gegen die neuen Silbermedaillengewinner Canada durchsetzten. Beide hatten den Teamwettbewerb zuvor punktgleich beendet (je 20 Strafpunkte). Bronze ging überraschend an die Norweger (27 Strafpunkte). Mit insgesamt 30 Strafpunkten landeten die zuvor auf Silberkurs liegenden Schweizer auf dem vierten Platz. Den fünften Platz teilen sich die Deutschen mit den Niederländern.

"Das war meine bitterste Niederlage," sagte Bundestrainer Kurt Gravemeier (Münster) nach dem Absturz der Favoriten. "Vielleicht waren die Pferde zu früh hier und zu lange aus dem Training und Wettkampf raus," stellte er erste Vermutungen über die Ursachen für dieses Ergebnis an, das nach dem elften Platz von Barcelona 1992 das zweitschlechteste Resultat seit 1956 ist. Seit dem Jahr holten die Deutschen bis auf diese zwei Ausnahmen sieben Mal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze. Ludger Beerbaum (Riesenbeck) wollte sich Gravemeiers Analyse nicht anschließen: "Es ist noch viel zu früh. Man muss vorsichtig sein und nicht mit Gewalt Gründe suchen." Das Ergebnis redete der dreifache Team-Olympiasieger, der im zweiten Umlauf sechs Fehlerpunkte kassierte, allerdings nicht schön. "Nachdem ich gestern Abend noch zu Recht optimistisch war, bin ich jetzt endgültig nicht zufrieden. Die Chance auf eine Medaille war da. Aber dazu muss der eine oder andere Null reiten." Und genau die eine oder andere Nullrunde fehlte heute.

Von Anfang an lief es nicht rund beim deutschen Quartett. Beim ersten Qualifikationsspringen hatte es noch so ausgesehen, als würden die Springreiter es bewusst verhalten angehen lassen. Die diversen Fehler von allen im ersten Umlauf des Mannschaftsspringens ließen die Deutschen dann aber fast den Einzug ins Finale verpassen. Dank der Fehler der Brasilianer und der Australier rutschte die Deutschen schließlich doch noch gerade ins Finale und schöpften neue Hoffnung auf eine Mannschaftsmedaille. Schließlich hatte Ludger Beerbaum es vor wenigen Tagen schon gesagt: "Bei den Olympischen Spielen herrschen eigene Gesetze." Alles ist möglich.

Doch nicht alles, muss man nun nach dem Finale sagen. Die beste Vorstellung lieferten Christian Ahlmann (Marl) und Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen). Bis zum letzten Sprung sah es bei Ahlmann als erstem Deutschen nach einer Nullrunde aus. Dann aber fiel die Stange. "Cöster ist heute vom Feinsten gesprungen. Leider hat das letzte Glück gefehlt." Auch die gebürtige US-Amerikanerin war zerknirscht. "Schade, wir hatten so auf eine Medaille gehofft." Die Weltranglistenerste blickt aber schon auf das nächste Ziel: die Einzelmedaillen. "Donnerstag beginnt der Wettbewerb von Neuem." Das gilt für sie, Christian Ahlmann und Ludger Beerbaum, die in dieser Reihenfolge als 16. (14 Strafpunkte), 31. (22 Strafpunkte) und 33. (24 Strafpunkte) den Einzug ins Finale der besten 35 Einzelreiter aller bisherigen Prüfungen geschafft haben. Nicht mehr dabei sein wird Marco Kutscher (Riesenbeck), für den sich diese Spiele zu einem Fiasko entwickelt haben und der im zweiten Umlauf fast ein Dejá vu hatte. Mit 19 Strafpunkten sorgte er zum zweiten Mal mit Cornet Obolensky für das Streichergebnis. Das Drama begann wieder mit dem Wassergraben. Er hatte im wahrsten Sinne des Wortes einen Steher, denn sein Pferd stieg und stand auf den Hinterbeinen. "Nach dem Wasser hat er mir den Dienst quittiert. Das war ein klarer Ungehorsam und ist sehr bitter. Es war das Gleiche wie gestern. Für mich ist das Turnier absolut vorbei."

Bis zur Einzelentscheidung am Donnerstag, 21. August, haben die Reiter jetzt zwei Tage Pause. Die werden die Deutschen sicher nutzen. Auch wenn in der Einzelwertung der Norweger Tony Andre Hansen mit Camiro vor Jos Lansink (Belgien) mit Cumano und Mclain Ward (USA) nach den bisherigen Qualifikationsrunden führen. Das aus zwei Runden (A und B) bestehende Finalspringen beginnen alle Reiter wieder bei Null. In der ersten Runde sind die besten 35 Paare aus den ersten Qualifikationsprüfung zugelassen, jedoch maximal drei Paare pro Nation. In der zweiten Runde sind es nur noch 20 Paare. Olympiasieger wird, wer im Finale nach den Umläufen A und B die wenigsten Strafpunkte hat. Bei Strafpunktgleichheit gibt es ein Stechen um die Medaillen.

Quelle: fn-press/ Adelheid Borchardt
Fotos von den Olympischen Reiterspielen in Hongkong finden Sie unter: www.reitsportfotos.eu

 
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