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Deutsche Meisterin Eva Bitter PDF Drucken

Eva Bitter - wieder deutsche Meisterin (c) CMS-MEDIEN (c) cms-medien.de

Die Deutsche Meisterin 2008 heißt Eva Bitter

Balve (go) – Das hat seit 1988 keine Amazone geschafft. Bei den Deutschen Meisterschaften der Springreiterinnen beim BALVE OPTIMUM brillierte Eva Bitter mit ihrem erst achtjährigen Argelith Niels und verdiente sich nach 2007 erneut die höchste deutsche Auszeichnung. Nur zwei Reiterinnen und ihre Pferde konnten nach zwei Prüfungen und drei Umläufen eine blütenweiße Weste vorweisen. Eva Bitter und Argelith Niels und Pia-Luise Aufrecht und MCB Sandy! Ein Stechen war erforderlich: Eva Bitter und ihr niederländischer Partner gingen als erstes in Rennen und blieben wieder null. Pia-Luise Aufrecht und Stute Sandy kassierten einen Fehler – Vizemeisterin.

Die Deutsche Meisterin, die auch schon 2003 beste Deutsche Springreiterin war, strahlte: „Ich bin selber überrascht und hoch erfreut, wie das hier gelaufen ist. Niels hat eine super Leistung gezeigt und ich hätte damit nie gerechnet. Schließlich war das Springen heute erst sein zweites S***.“ Die 34-Jährige hat den Wallach vor zwei Jahren im Stall ihres Pflegers in Holland gesehen und: „Es war eigentlich Liebe auf den ersten Blick.“ Eva Bitter erwarb den Jüngling und bildete ihn aus. „Er macht immer, was man von ihm verlangt“, lobte die Erfolgreiche. Auch die Gewinnerin der Silbermedaille lachte über das ganze Gesicht: „Natürlich ärgere ich mich ein bisschen, weil ich so blöd an das Hindernis geritten bin. Aber Eva und ich sind so eng befreundet – ich gönne ihr es von Herzen.“ Die Hannoveraner Stute v. Singular steht seit drei Jahren im Stall Aufrecht, war zwei Jahre durch eine Verletzung außer Gefecht gesetzt und meldet sich jetzt im Parcours zurück. „Sandy ist super gesprungen, hat sich immer bemüht, keine Stange zu berühren und mich mit ihrem Elan regelrecht mitgezogen“, lachte die 30-Jährige, die von Bundestrainer Kurt Gravemeier gecoacht wird.

Die Bronzemedaille verdiente sich Karin Ernsting-Engemann gemeinsam mit Conley, Holsteiner Wallach v. Corrado I. Auf ihrem Konto standen lediglich 0,25 Fehler für Zeitüberschreitung. „Bei einem Zeitfehler tut der Blick zur Uhr genauso weh, wie das Geräusch, wenn eine Stange fällt“, schmunzelte die 45-Jährige. Die Ausbilderin war stolz: „Conny gehört mit seinen neun Jahren zu den jüngeren Pferden im Teilnehmerfeld und ich freue mich, dass er hier so beständig gut war. Konstante Leistungen sind für mich ein persönlicher Erfolg, weil das unsere Arbeit zuhause bestätigt.“

Kathrin Müller, die nach der ersten Wertung noch mit Carlos in Führung lag, hatte in der dreifachen Kombination mit der Distanz Probleme und katapultierte sich so in Aus. Mit ihrem zweiten Partner Marius belegte sie in der Endabrechnung aber einen hervorragenden sechsten Platz. Als besondere Klippe stellte sich in der von Frank Rothenberger gebauten Aufgabe die Doppelsteil-Kombination über Wasser dar. Fast zehn Paare scheiterten an diesem Test. Karin Ernsting-Engemann analysierte: „Diese Kombination zum Schluss hatte es in sich. Man hatte die Zeit im Nacken und vorher schon die schwierige Trippelbarre hinter sich gebracht. Das war schon schwierig, aber ich denke, wir haben hier Sport auf sehr hohem Niveau gesehen.“

Nächstes Highlight im Parcours war der Große Preis von Balve, der OBO Betterman Preis: Die Witterungsbedingungen hatten es allerdings in sich. Kurz vor dem Stechen, für das sich zehn Starter qualifiziert hatten, kam es zu Wolkenbrüchen, die außerdem mit Hagelschauern garniert waren. Otto Becker machte es mit Dobel’s Cordina am Besten (0/42,77 Sekunden). „Ich hatte Glück, dass es noch nicht so doll geregnet hat, als ich dran war. Cordina hat sich ganz auf die Sprünge konzentriert und sich nicht ablenken lassen.“ 10.000 Euro bekam der Mannschaftsolympiasieger für seinen Triumph. Platz zwei belegte Piet Raijmakers (NED) mit Van Schijndel’s Curtis (0/43,71 Sekunden) vor Carsten-Otto Nagel mit Cazaro (0/45,92 Sekunden). „Cazaro habe ich vierjährig gekauft. Er hat viel Potenzial, Vermögen und ist hoffentlich mein Zukunftspferd für die nächsten Jahre“, analysierte der Reiter aus Wedel bei Hamburg.

Während im Springen die ersten Medaillen bereits verteilt wurden, wurde im Viereck am Samstag die erste Wertung ausgetragen und die fiel im Grand Prix, dem Maecenas-Preis, klar aus: Erfolgsreiterin Isabell Werth setzte sich mit ihrem gewaltigen Fuchswallach Warum nicht FRH v. Weltmeyer deutlich an die Spitze (76,50 Prozent). Die Olympischen Spiele rücken näher und langsam lässt sich die Ausnahmereiterin zu einer Prognose hinreißen: „Ich denke, Satchmo ist meine 1a und Hannes meine 1b.“ Auf der zweiten Position rangierten die Juroren um Katrina Wüst Matthias Alexander Rath und den Oldenburger Sterntaler UNICEF v. Sion ein (73,958 Prozent). „Ich bin super zufrieden mit diesem Tag, es ist alles so gelaufen, wie ich es mir insgeheim erhofft hatte“, lächelte der 23-Jährige. Auf der dritten Stelle postierte sich Monica Theodorecu mit ihrem Württemberger Whisper v. Welt Hit IO (72,667 Prozent).

Die endgültigen Entscheidungen fallen am Sonntag ab 10 Uhr in der Grand Prix Kür. Die Reiter in Frack und Zylinder hätten die Möglichkeit gehabt, ihre finale Prüfung auf dem Hauptplatz auszutragen, was auch der Wunsch von Dieter Graf Landsberg-Velen gewesen wäre. Aber die Aktiven wollten auf ihrem Platz bleiben und das begründete Isabell Werth so: „Das ist hier eine Sichtung für die Olympischen Spiele und dann müssen in beiden Prüfungen auch gleiche Verhältnisse geschaffen werden. Der Boden auf dem Dressurplatz ist für uns optimal, der Abreiteplatz oben beim Springen ist leicht abschüssig. Man kann nicht überall einfach zulegen.“

 

Ergebnisdienst:

Preis der Glashütte Uhren; DM der Springreiterinnen

1. Eva Bitter (Münster) mit Argelith Niels 0 Strafpunkte/43,40 Sekunden im Stechen

2. Pia-Luise Aufrecht (Affalterbach) mit MCB Sandy im Stechen aufgegeben

3. Karin Ernsting-Engemann (Rulle) mit Conley 0,25 Strafpunkte im Umlauf

4. Anna-Maria Jakobs (Diemelstadt) mit Georgenhof´s Lausejunge 4

5. Mynou Diederichsmeier (Berlin) mit Luisa 4

6. Kathrin Müller (Arnsberg) mit Marius 4,25

 

OBO Bettermann-Preis; Springprüfung Kl. S mit Stechen

1. Otto Becker (Sendenhorst) mit Dobel´s Cordina 0 Fehler/42,77 Sekunden

2. Piet Raijmakers (Niederlande) mit Van Schijndel´s Curtis 0/43,71

3. Carsten-Otto Nagel (Wedel) mit Cazaro 0/45,92

4. Philipp Weishaupt (Riesenbeck) mit Souvenir 4/45,02

5. Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit Goldfever 4/45,83

6. Holger Wulschner (Groß Viegeln) mit Cefalo 4/47,02

 

Maecenas-Preis; Dressurprüfung Kl. S – Grand Prix de Dressage

1. Isabell Werth (Rheinberg) mit Warum nicht FRH 76,50 Prozent

2. Matthias Alexander Rath (Kronsberg) mit Sterntaler-UNICEF 73,958

3. Monica Theodorescu (Warendorf) mit Whisper 72,667

4. Heike Kemmer (Isernhagen) mit Bonaparte 72,292

5. Ellen Schulten-Baumer (Rheinberg) mit Donatha 72,167

6. Helen Langehanenberg (Münster) mit Responsible 71,958 

Quelle: going-on.de
Fotos: www.reitsportfotos.eu

 
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