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Edino und Lilli Pop K sind die Champions Warendorf (fn-press). Einen runden Geburtstag feierten die Bundeschampionate des Deutschen Vielseitigkeitspferdes in Warendorf. 20 Jahre nachdem Marina Köhncke, geborene Loheit, ihren Hannoveraner Sundance Kid im holsteinischen Süseler Baum als ersten Geländepferdechampion präsentierte, kürten die Richter in Warendorf den sechsjährigen Holsteiner Edino v. Esteban xx – Loutano und die fünfjährige Hannoveraner Stute Lilli Pop K v. Le Primeur – Natiello xx als Bundeschampions 2007. Einiges hat sich verändert seit 1987. Aus dem Geländepferde-Champion ist ein Vielseitigkeitspferde-Champion geworden, der nicht nur im Gelände, sondern auch in der Dressur und im Springen seine Fähigkeiten unter Beweis stellen muss. 1993 wurde neben der Geländepferdeprüfung eine Eignungsprüfung als Bestandteil der Bundeschampionate eingeführt, seit 2003 müssen die potenziellen Champions im Finale eine dreiteilige Prüfung aus Dressur-, Spring- und Geländepferdeprüfung absolvieren. Wurde die Geländenote zunächst dreifach gewertet, fließt sie seit vergangenen Jahr nur noch doppelt in das Endergebnis ein. „Dressur und Springen haben im modernen Vielseitigkeitssport einfach an Bedeutung gewonnen. Dem müssen wir mit dem Bewertungsmodus gerecht werden“, erklärt Bundestrainer Hans Melzer (Putensen). Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist die Verschärfung des Qualifikationsverfahrens. Erstmals mussten sich die Bundeschampionats-Anwärter nicht nur über Geländepferdeprüfungen für Warendorf empfehlen, sondern auch durch eine Platzierung in einer „echten“ Vielseitigkeitsprüfung oder Kombinierten Prüfung. Sechsjährige Vielseitigkeitspferde: Ein Starterfeld voller Champions „Das Starterfeld bei den Sechsjährigen war so gut wie noch nie. Damit kann man künftig eine ganze Mannschaft ausrüsten“, sagte der Bundestrainer begeistert und spielte damit auf die beachtliche Zahl ehemaliger Bundeschampionatsfinalisten an, die den Weg in den „großen“ Sport gefunden haben. Für die Qualität der Buschpferde „made in Germany“ spreche auch die steigende Zahl ausländischer Interessenten, die den Weg nach Warendorf fänden. „Das muss uns langsam schon ein bisschen Angst machen“, sagte Melzer, der diese Nachfrage mit einem lachenden und einem weinenden Auge beobachtet. Viele begehrliche Blicke hatten sich bereits im letzten Jahr auf einen Bundeschampionatsteilnehmer gerichtet: Edino. Der Wallach aus der Zucht von Dörte Rehse-Bencke (Brügge), obwohl „nur“ Vize-Champion, gehörte 2006 zu den am meisten nachgefragten Pferden. Das „Rennen“ machte die Vielseitigkeitsreiterin Madeleine Brugman aus den Niederlanden. In diesem Jahr war der Sohn des Vollblüters Esteban wieder am Start, nun mit Kai Rüder (Blieschendorf) im Sattel. Der Schwarzbraune enttäuschte seine Fans nicht. Mit einer 9,0 in der Dressur, einer 8,6 im Springen und einer 9,5 im Geländefinale ließ er seiner Konkurrenz keine Chance (Endergebnis 36,6). Und diese war stark. Bereits in der Finalqualifikation hatten die Richter bei nur 30 Startern fünfmal die Note 9,0 und besser vergeben, im Geländefinale der besten 15 waren es sogar sieben. Zu ihnen zählte auch gleich der erste Starter, Cayenne v. Cardino – Sir Shostakovich xx, aus der Zucht des FN-Präsidenten Breido Graf zu Rantzau (Breitenburg), der von Inga Marie Höper (Heringsdorf) vorgestellt wurde (Endergebnis Platz acht). Den Vogel schoss allerdings der Oldenburger Wallach Jarome v. Just Spectacular xx – Randazzo II ab (Züchter: Enno Achgelis, Stadland, Besitzer: Anna Lesch, Bavendorf), der mit zwei spektakulären Geländerunden die Zuschauer begeisterte. „Wir haben fast nichts gefunden, was negativ anzumerken wäre“, kommentierte Mannschafts-Olympiasieger Thies Kaspareit, Leiter der Deutschen Akademie des Pferdes, beim Finale. So sahen es auch die Richter und vergaben die Wertnote 9,8 für Jarome. Dass es sich bei dem Wallach allerdings um kein „Jedermann-Pferd“ handelt, bewies der von der zweifachen Vizeeuropameisterin Linda Algotsson aus Schweden gerittene Jarome mit kleinen Patzern in der Dressur (6,3) und im Springen (6,6). „Jarome ist erst im April in den Turniersport eingestiegen und muss daher noch einiges lernen“, wusste Algotssons Partner Elmar Lesch (Bavendorf) zu berichten. Im Endergebnis (32,5) landete er daher auf Platz sechs. Neuer Vizechampion wurde ein weiterer „Allrounder“ – der Trakehner Hengst Raumalpha v. Friedensfürst – Mont Du Cantal AA aus der Zucht und im Besitz von Hubertus Schmidtlein (Blowatz). Im vergangenen Jahr mit Mandy Kalis im Sattel im Finale ausgeschieden, glänzte der Braune nun unter Elmar Lesch mit Topnoten in Dressur (8,5), Springen (8,2) und Gelände (9,3). „Ein Pferd mit viel Übersicht, auf dem man sich als Reiter wohlfühlt“, so der Kommentar vom Richterturm. Überzeugend war auch die Vorstellung des Hannoveraners Versatels Walter von der Vogelweide v. Waldstar xx – Landclassic (Besitzerin: Claudia Simon, Grönwohld). Wie Jarome wurde auch er von einer schwedischen Reiterin, der im holsteinischen Meyn lebenden Malin Larsson, vorgestellt und erzielte die Noten 8,6 (Dressur), 7,2 (Springen) und 9,0 (Gelände). Der aus der Zucht von Else Groenveld (Cadenberge) stammende Wallach war ursprünglich vom deutschen Olympiareiter Hendrik von Paepcke (Bredeneek) in den Sport gebracht worden. „Freunde von mir haben mir immer wieder von ihm erzählt und ihn mir, als ich nicht richtig anbiss, einfach in den Stall gestellt. Als ich ihn dann gesehen habe, haben wir ihn gleich gekauft“, erzählte von Paepcke. Nach einigen Geländeprüfungen wechselte das Pferd allerdings erneut den Besitzer und wurde von Malin Larsson bereits bei den Bundeschampionaten 2006 präsentiert (Platz acht). Mit 33,8 Punkten überrundete das Paar in diesem Jahr im letzten Moment den bis dahin auf Platz drei rangierenden Holsteiner Carolinus v. Carolus I – Schampus xx (Züchter: Hartwig Schmidt, Borsfleth, Besitzerin: Christine Strube, Schöningen), der ebenfalls von Kai Rüder vorgestellt wurde und durch gleichmäßige Leistungen in allen drei Disziplinen glänzte (8,0/8,4/8,4). Fünfjährige Vielseitigkeitspferde: Schwedischer Triumph Die fünfjährigen Vielseitigkeitspferde gingen in diesem Jahr im Vergleich mit ihren älteren „Kollegen“ zunächst etwas unter. „Das Starterfeld war weniger überzeugend als in den Vorjahren“, sagte Hans Melzer. Ingesamt bewarben sich 47 Pferde um den Titel, wobei bereits die Finalqualifikation die Kandidaten bereits stärker selektierte als sonst. Als Überraschungssieger ging daraus der Rheinländer Laval L v. Laomedon – Rheinblick hervor (Züchter: Paul-Willi Leonards, Eschweiler, Besitzer: Heinrich Finke, Münster). Henrik Finke (Münster) stellte den ursprünglich als Dressurpferd für seine Mutter Christa Finke gekauften Wallach in Warendorf vor und erzielte als Einziger ein Ergebnis von 9,0. Allerdings endete das Championat für die beiden „Busch-Neulinge“ im Finale an einem mit langem „Anlauf“ anzureitenden Trakehner-Sprung, wo das Paar nach drei Verweigerungen ausschied. Wie bei den Sechsjährigen setzte sich auch bei den Youngsters die Erfahrung im Sattel durch: Mit der Note 8,8 beendeten Linda Algotsson und die Hannoveraner Stute Lilli Pop K (Züchter und Besitzer: Heike Eyermann, Drübeck) den Geländekurs und erzielten dank guter Vorleistungen in der Dressur (7,8) und Springen (7,7) ein Gesamtergebnis von 33,1 Punkten. „Ein tolles Geländepferd“, kommentierte Thies Kaspareit, „mit leichfüßiger, elastischer Bergaufgaloppade und sicherer Manier am Sprung, aufmerksam die nächste Aufgabe suchend.“ Einen ebenfalls erfahrenen Reiter im Sattel hatte der Württemberger FBW Gin-Tonic, der wie sein Vater, Bundeschampion Birkhof’s Grafenstolz TSF, von Michael Jung (Horb) präsentiert wurde. Ganz reichte der Junior allerdings nicht an seinen Vorfahren heran, der als Sechsjähriger mit einer 9,7 aus dem Geländefinale gekommen war. Mit einer 7,5 in der Dressur, einer 7,8 im Springen und einer 8,7 für eine „schon fast lässig wirkende Geländerunde“ kam der aus der Zucht von Peter Wölfel (Bad Schussenried) stammende Hengst auf 32,7 Punkte und sicherte sich damit Platz zwei. Dabei hatten Reiter, Züchter und Besitzerin Sophie Marie Stölzle (Ottenbach) zunächst noch etwas bangen müssen: Denn erst über das Kleine Finale konnte sich der Württemberger Hengst für das Finale empfehlen – ebenso wie Lanzelot v. Lauries Crusador xx – Ramiro’s Son II, der von Elmar Lesch vorgestellt wurde. Dem braunen Wallach aus der Zucht von Günther Hahl (Osterbruch) hatten die Richter zwar bereits in der Finalqualifikation mit einer Grundnote von 8,6 hohe Qualität bescheinigt, eine Verweigerung kosteten ihn allerdings wertvolle Punkte. Im Kleinen Finale gab es dann die 8,4 (Platz vier), im Geländefinale selbst vergaben die Richter schließlich die Tageshöchstnote von 9,0 für den Hannoveraner aus dem Besitz von Heike Kikuth (Salzhausen). Im Endergebnis kam Lanzelot damit auf 31,4 Punkte (7,7 Dressur/5,7 Springen) und damit auf Platz drei. Nur knapp eine Medaille verpasste der nach Dressur (8,0) und Springen (7,8) führende Oldenburger Doctor Harriot v. Dimension – Sadenio. Die Richter machten bei dem von Julia Krajewski (Nordhorn) vorgestellten braunen Wallach (Züchter: Gerd Cloppenburg, Friesoythe, Besitzer: Hans Grommes, Wietmarschen) im Gelände ein paar Abzüge in der Rittigkeit (7,7), so dass das Paar auf den vierten Platz zurückfiel (31,2). Hb
Warendorf (fn-press). Neue Bundeschampionesse des Deutschen Vielseitigkeitsponys ist die sechsjährige, in Sachsen-Anhalt gezogene Rhapsodie v. King Bjuti – Nuts aus der Zucht und im Besitz von Joachim Holländer (Beuster). Nach ersten Anlaufschwierigkeiten in der Finalqualifikation bewies die Schimmelstute im Finale ihre Klasse in allen drei Disziplinen. Mit den Wertnoten 8,1 für Dressur, 8,8 für das Springen und einer doppelt gezählten 8,5 für den Geländeritt führte kein Weg an Rhapsodie vorbei (Gesamtergebnis 35,9). Es war nicht ihr erster Auftritt bei den Bundeschampionaten, bereits als Drei- und Vierjährige startete sie bei den Reitponys. Nach einer Fohlenpause kam sie im März dieses Jahres zu Conny Linde (Wernigerode). Die Enkelin der sachsen-anhaltinischen Landestrainerin Hanna Preller (Wernigerode) stellte Rhapsodie bereits Anfang August erfolgreich beim Bundesnachwuchschampionat Vielseitigkeit in Warendorf vor und belegte mit ihr Platz zwölf in der Gesamtwertung. Das beste Ergebnis in der Finalqualifikation, einer rund 1.200 Meter langen Geländeponyprüfung Klasse A mit insgesamt 13 Hindernissen, hatte die fünfjährige, in Weser-Ems gezogene Revue Star WE v. Brillant a. d. Romantika v. Diamant II vorgelegt. Hier gab es eine 8,8 für die von Clara Susann Krajewski (Nordhorn) vorgestellte Ponystute, die den ersten guten Eindruck mit einer 8,3 im Finale bestätigte. Zusammen mit den Noten aus Dressur (7,2) und Springen (7,3) reichte es im Endergebnis aber „nur“ zu Platz zwei (Gesamtergebnis 31,1). Damit trat Revue Star WE in die Fußstapfen ihrer erfolgreichen Halbschwester Rising Star v. Condor II, Vize-Bundeschampionesse 2002 (Reiterin Julia Krajewski) sowie der ebenfalls aus der Zucht von Jürgen Hinrichs (Leer) stammenden Bundeschampionesse 2004, Celina H v. Apslau xx a.d. Cordia v. Diamant II (Reiterin: Greta Krajewski). Den dritten Platz belegte der sechsjährige westfälische Rappschimmel Potter v. Power and Paint – Mentos. Der Hengst aus der Zucht und im Besitz von Gerd Neukäter (Voerde) wurde von der erfahrensten Reiterin des Starterfeldes, EM-Reservistin Pia Münker (Meerbusch), vorgestellt und erzielte ein Gesamtergebnis von 28,2 Punkten (Dressur 8,0/Springen 7,0/Gelände 6,6). Gerade einmal zwei Handvoll fünf- und sechsjährige Vielseitigkeitsponys bewarben sich in Warendorf um den Titel des Bundeschampions. „Viele der bekannten Ponyzüchter haben einfach noch nicht erkannt, dass es hier einen ‚Markt’ gibt“, bedauerte Fritz Lutter (Warendorf), Bundestrainer der Ponyvielseitigkeitsreiter. Überproportional vertreten waren daher auch in diesem Jahr Ponys aus den neuen Bundesländern, wo sich einige Züchter auf diese Zielgruppe spezialisiert haben. Unter ihnen auch Gunter Schöniger aus Lengenfeld, Mitglied im Fachbeirat Ponyreiten der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), aus dessen Zucht gleich zwei Ponys in Warendorf am Start waren. Darunter auch der sechsjährige Sachse FST Schoensgreen Kaiserlicht v. Kaiserstolz – Black Horse mit der jüngsten Teilnehmerin, Michelle Mothes, im Sattel. Die Elfjährige war der erklärte Publikumsliebling, nachdem sie in Dressur mit einer 8,5 das beste Ergebnis vorgelegt hatte. Im Springen und im Gelände fehlte es der jungen Dame dagegen noch etwas an Kraft und Ausdauer – nicht jedoch an Biss. So stieg sie zwar sofort wieder auf, nachdem sie im Springen aus dem Sattel gekommen war, als sie allerdings auch im Gelände unfreiwillig vom Pony mussten, empfahlen ihr die Richter, den Ritt zu beenden. Erste Stimmen, generell ein Mindestalter bei den Reitern festzulegen, wies Bundestrainer Fritz Lutter zurück: „Man kann das schwer am Alter festmachen, ob jemand ‚reif’ ist, am Bundeschampionat mitzureiten. Aber natürlich sollten die Reiter eine gewisse Routine besitzen, um den doch sehr anspruchsvollen Kurs in Warendorf zu bewältigen. Ich bin daher auch ganz froh, dass einige der Nominierten so vernünftig waren, von vorne herein auf einen Start zu verzichten. Auch wenn eben das Starterfeld sehr klein war.“ |
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