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Mit dem Zweitpferd zum Sieg Warendorf (fn-press). „Ich konnte auf volles Risiko gehen und war dabei völlig entspannt.“ Nach einem fehlerfreien Ritt mit dem Holsteiner Hengst Cassiano v. Cassini I – Calypso (Züchter: Carsten Lauck, Pinneberg) hatte Lars Bak Andersen (Elmshorn) seine Pflichtaufgabe beim Bundeschampionat im Finale der sechsjährigen Springpferde bereits erfüllt. Dass er noch ein zweites Pferd für das Stechen der besten Neun qualifiziert hatte, sah er dann auch nicht als Belastung. „Das war wie ein Joker für mich“. Ohne sich unter Druck zu setzen, startete er daher mit seinem „Zweitpferd“ Chessmann v. Carry – Alcatraz aus der Zucht von Claus-Heinrich Petersen aus Ahrenvioel voll durch. Wie selbstverständlich meisterte der Däne in Diensten des Holsteiner Verbandes den Parcours und selbst in engsten Wendungen behielten beide die Übersicht. Am Ende wurde der Mut belohnt: Null Fehler in 45,9 Sekunden bedeuteten den überlegenen Sieg für Chessmann und Bronze mit Cassiano, der damit zum „Zweitpferd“ wurde. Silber geht an den Mecklenburger Coco v. Cellestial –Monsum von der Zuchtgemeinschaft Schmidt GbR. Heiko Schmidt (Werder) hatte mit dem dunkelbraunen Wallach den Stechparcours fehlerfrei in 46,50 Sekunden absolviert.
Der Pechvogel im Finale aber war Franz-Josef Dahlmann (Herford). Bis zum letzten Sprung sah er mit Pikeur Cafu, dem Vize-Champion der fünfjährigen Springpferde aus dem Vorjahr, wie der sichere Sieger aus. Mit engen Wendungen und einem forschen Vorwärtsgalopp hatte er sich eine Top-Zeit im Stechen erarbeitet. Das Publikum wollte Holsteiner Wallach aus der Zucht von Kathi Teegen in Bebensee bereits bejubeln. Doch dann verfehlte das Paar den Schlusssprung und musste ihn nach einer Volte noch einmal anreiten. „Das war ein blöder Reiterfehler. Man zuppelt, versucht die passende Distanz zu finden und dann passt am Ende gar nichts mehr“, gab der Bereiter aus dem Stall Brinkmann selbstkritisch zu. Als Entschuldigung will er auch nicht gelten lassen, dass er insgesamt drei Pferde für das Finale qualifiziert und mit zwei Pferden sogar ins Stechen der besten acht gekommen war. „Das muss man als Profi meistern können.“ Und mit Blick auf Lars Bak Andersen habe diese Doppelbelastung ja auch klare Vorteile. Mit Pikeur Cafu belegte Dahlmann schließlich Rang sieben (7/62,23 Sekunden). Platz fünf hieß es für ihn in der Endabrechnung mit dem westfälischen Hengst Lancer Boy v. Lancer III – Landstreicher aus der Zucht von Eva Maria und Hubertus Hoff in Lippstadt. Vollstes Verständnis für Dahlmann hatte Paul Schockemöhle (Steinfeld) als kritischer Beobachter an der Bande. Das Bundeschampionat der Springpferde habe seine eigenen Spielregeln. „Dieses Springen ist immer von den Nerven der Reiter entschieden worden. „Die Qualität der Pferde liege einfach zu dicht zusammen.“ Überhaupt hat das Stechen, bei dem die Wertnoten ausgedient hatten und nur noch Fehler und Zeit zählten, die gesamte Rangierung gewaltig durcheinander geworfen. Aber das ist eben auch der Reiz dieser Spezialspringprüfung der Klasse M, die alljährlich das Publikum auf den vollbesetzten Tribünen rund um die Burandtwiese in Warendorf mitreißt. Denn nach dem Urteil des Richtergremiums im ersten Umlauf waren Pikeurs Cafu und der Holsteiner Linton v. Lician-Calido I (Züchter: Josef Platte, Attendorn) die Topfavoriten. Ebenso wie Dahlmann hatte aber auch Bastian Freese (Steinfeld) im Sattel des Holsteiners Pech mit dem letzten Hindernis. Auch sein Schimmel fand keinen passenden Absprungpunkt und räumte beim orange-weißen Steilsprung kräftig ab. Die schnellste Zeit und ein Springfehler bedeuteten letztlich Rang vier. Auf Rang sechs in den Endwertung (4/47,46 Sekunden) platzierte sich Markus Merschformann (Laer) mit der westfälischen Stute Never Ending v. Nekoma – Feuerglanz aus der Zucht von Sascha Hahn in Bramsche. Nach dem Ersten Umlauf rangierte das Paar in der Gunst der Richter noch auf Platz drei. Von Rang vier (Wertnote 8,8) in der Vorrunde auf Rang sieben (4/48,38 Sekunden) nach dem Stechen rutschte die Oldenburger Stute Balonie v. Baloubet du Rou – Aventyno (Züchter: Gestüt Lewitz, Steinfeld) mit Helena Torstensson (Steinfeld) im Sattel. Ebenfalls mit der Wertnote 8,8 waren die Holsteiner Stute Amity v. Aloube Z – Capitol I (Züchter: Klaus Rathjen, Nortorf) und Karin Ernsting-Engemann (Bissendorf) bewertet worden. Im Stechen landete das Paar nach zwei Abwürfen mit acht Fehlern und 55,37 Sekunden letztlich auf dem neunten Rang.
Quelle: fn-press/ L. Homann Fotos: www.reitsportfotos.eu
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