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Ein Vermögen wie Montender Warendorf (fn-press). „Viel Applaus und ich muss wenig reden.“ Bei lautstarkem Beifall von über 3.000 Zuschauern an der Burandtwiese konnte sich Joachim Geilfus (Duderstadt) als Kommentator zurückhalten. „Viel besser geht es auch nicht,“ fasste er nur kurz das einhellige Urteil von Publikum und Richtergremium zu den Ritten von Marco Kutscher und Monte Bellini zusammen. Mit der Wertnote von 9,5 im ersten sowie 9,7 im zweiten Umlauf sicherte sich der Wahl-Riesenbecker überlegen das Bundeschampionat der fünfjährigen Springpferde. Sein westfälisch gebrannter Montender – Ramiro-Sohn, der bei Marlies Holtgräve in Nottuln das Licht der Welt erblickte, avancierte inzwischen zum sachsen-anhaltinischem Landbeschäler. Zwei Runden wie aus dem Lehrbuch mit feiner Reiterhand und einem Hengst der mit den 15 stattlichen Sprüngen des 520 Meter langen Parcours nur so spielte, bescherte Marco Kutscher den dritten Bundeschampionatstitel. Nach 2002 und 2005, als er bei den sechsjährigen Springpferden mit Contender- und Quidam-de-Revel-Nachkommen erfolgreich war, sicherte er sich jetzt den ersten Titel bei den fünfjährigen Springpferden.
„Ein Vermögen wie Montender gepaart mit innerer Gelassenheit“, attestierte Kutscher dem neuen Bundeschampion, der erst vor knapp drei Monaten zu ihm nach Riesenbeck kam. Zwei Turnierstarts unterstrichen gleich sein Vermögen und seine tolle Einstellung. „Er hat auf Anhieb zwei seiner drei Prüfungen gewonnen,“ erzählt Kutscher, der vor diesem Hintergrund schon mit einem guten Gefühl nach Warendorf gereist war. Platz zwei in der Einlaufprüfung und der Sieg in der Finalqualifikation bestätigten schon früh dieses gute Gefühl. Silber in dem 144-köpfigen Starterfeld, das an fünf Championatstagen reichlich selektiert wurde, sicherten sich Codex One und Karl Brocks (Waltrop). Der Hannoveraner Contendro I – Glückspilz-Sohn aus der Zucht von Wilhelm Berg in Stolzenau begeisterte mit hoher Qualität am Sprung. Aber gerade im zweiten Umlauf baute der Hengst etwas ab, fiel auf den langen Wegen zweimal in den Kreuzgalopp und kassierte dafür leichte Abschläge in der Wertnote. Nach der 9,4 für Runde eins gab es eine 9,0 für Runde zwei. Bronze gewann der Oldenburger Quattro B- Figaro-Sohn Quinaro aus der Zucht von Carsten Harms in Rastede. Ein Zeitfehler in Runde eins und eine kleine Unaufmerksamkeit in Runde zwei, die prompt mit einem Springfehler quittiert wurde, ließen alle Siegeshoffnungen von Oliver Ross (Bad Zwischenahn) platzen. Schwerstarbeiter im 38-köpfigen Starterfeld der Finalprüfung war Gerd Könemann (Münster). Er hatte gleich vier Pferde erfolgreich durch die Klippen der Vorrunden pilotiert und musste im Finale von einem Sattel in den nächsten springen. Trotz der Vierfachbelastung schaffte er es, mit dem Oldenburger Fuchshengst Light On von Lordanos – Landadel aus der Zucht von Hans Vahrmann in Meppen in den zweiten Umlauf der besten acht. Nach einer Verweigerung endete diese Runde aber nur mit der Wertnote 7,4 für das Paar, das sich damit Rang sechs im Endklassement sicherte.
Quelle: fn-press/ L. Homann Fotos: www.reitsportfotos.com |