
Neues Pferd – neuer Sieg: Andreas Brenner top im Bayernchampionat
Auf dem Schweizer Hof in Kirchstockach bei München sind Profis am Werk und die ließen sich beim großen Dressur- und Springturnier vom 20. bis 25. August auch von Platzregen und Wolkenbrüchen nicht aus der Ruhe bringen. Die Springprüfungen wurden am Samstag kurzerhand vom Gras- auf den Sandplatz verlegt, der dank modernster Technik jeweils innerhalb kürzester Zeit wieder bestens bereitbar war und boten dann auch zum sportlichen Höhepunkt am Samstag Nachmittag, der zweiten Qualifikation zum Bayernchampionat, beste Bedingungen.
Und da holte sich ein alter Bayernchampionats-„Hase“ den Sieg. Ein fehlerloser Vorzeigeritt und sieben Sekunden Vorsprung – das reichte Andreas Brenner wieder einmal zur goldenen Schleife. „Ich will ja nicht angeben, aber ich glaube, ich habe die meisten Siege im Bayernchampionat, das liegt mir irgendwie“, freute sich der blonde Sportler diebisch, als er den dicken Pokal in Empfang nehmen konnte. Eschley hatte er diesmal gesattelt, die neunjährige Hannoveraner Fuchsstute gehört Manfred Wilhelm, der sie Brenner erst seit einem guten Jahr zur Verfügung stellt. Und da haben sich scheinbar zwei gesucht und gefunden. Die Stute stand vorher im Stall von Rene Tebbel, galt als extrem zickig und konnte keinen einzigen Sieg in einem schweren Springen vorweisen. Brenner hat offensichtlich ein Händchen für den kapriziösen Vierbeiner, allein neun Siege in schweren Springen gehen in diesem Jahr auf das Konto der beiden.
Und dabei waren die Anfänge nicht gerade leicht. „Zweimal saß ich bei großen Turnieren im Dreck, mitten im Parcours vor allen Zuschauern“, erinnert sich Brenner an die Nervigkeit von Eschley im vergangenen Jahr. Jetzt sei sie aber vernünftig geworden und beweise fast jedes Wochenende ihr enormes Springtalent. Besitzer Wilhelm aus Ansbach jedenfalls ist stolz auf die Hannoveranerin, für die er schon gute Angebote ablehnte. Am Sonntag ging die Stute übrigens auf dem Schweizer Hof ihr erstes S*** und belegte gleich den siebten Platz.
Gut platzieren konnte sich in der Qualifikation zum Bayernchampionat auch die Hausherrin des Schweizer Hofs, Monika Haas. Mit Schweizer Hofs Clyde holte sie sich die silberne Schleife und verwies damit Nachwuchstalent Patrick Afflerbach (Königsbrunn Fohlenhof) auf den dritten Rang.
„Geschenkt wird einem nichts bei diesen Bayernchampionats-Prüfungen“, stellte Brenner fest, der den Aufbau von Parcourschef Johann Sailer als schwierig und hoch genug beurteilte, um guten Springsport zu sehen. „Da standen“, so der Profi, der zwar mittlerweile im fränkischen Herrieden tätig ist, aber nach wie vor für den Reit- und Fahrverein St. Georg Nördlingen startet, „schon ganz schöne Brocken im Weg“. Die Tatsache, dass wetterbedingt auf den kleineren Sandplatz ausgewichen werden musste, machte die Aufgabe auch nicht gerade leichter. Wie immer in den Bayernchampionatsprüfungen, die heuer übrigens erstmals unter dem Patronat der Nürnberger Versicherung laufen, war die Elite des Freistaats im Springsattel am Start. In insgesamt sieben schweren Springen gab es tollen Sport zu sehen, was an den fünf Tagen auch hunderte von Zuschauern auf die Vorzeige-Anlage zog.
Stand nach der 2. Qualifikation: Monika Haas (46) Andreas Brenner (45) Georg Müller (42) Edwin Schmuck (34) Oliver Berger (24) Patrick Afflerbach (23) Hans-Peter Konle (23) Walter Maucher (23) Max Kühner (22) Stefan Nörtemann (22) Frank Möller (21) Jürgen Panzer (21) Richard Gardner (20) Martin Schäufler (20) Jürgen Kraus (19) Holger Wenz (18) Tobias Meyer (18) Tobias Bachl (16) Michaela Brückmann (15) Marielle Margreiter (14) Ina-Marie Hau (14) Jana Schumacher (13) Pascale Pfeiffer (12) Andreas Rösch (12) Nanni Jennissen (11) Matthias Mock (11) German Reng (10) Rüdiger Renner (10) Martin Wenzel (9) Jörne Sprehe (7) Nicoletta Stein (6) Quelle: Martina Scheibenpflug Foto: TS-Foto |