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Ludger Beerbaum holt sich den ersten Deutschland Cup

(Braunschweig)   Dass er in der Einzelwertung des Hallenchampionats der Landesverbände starten würde, wusste er erst seit Donnerstag, die Nervosität hielt sich jedoch in Grenzen. Ludger Beerbaum (Riesenbeck), viermaliger Olympiasieger, holte sich in Braunschweig den Sieg im Deutschland Cup präsentiert von der Öffentliche Versicherung Braunschweig. Mit Couleur Rubin blieb der für Baden-Württemberg startende Beerbaum fehlerfrei in 59,96 Sekunden. „Eine gute Idee.“ So fiel Beerbaums Urteil über das erste Hallenchampionat der Landesverbände, bei dem er auch im Mannschaftswettbewerb an den Start ging, aus. Einig waren sich die Top-Drei – neben Beerbaum auch der Schleswig-Holsteiner Jörg Naeve (Bovenau) und Hans-Günther Goskowitz (Würselen) aus dem Rheinland, in der Beurteilung der Wirkung, die das Championat für die Reiterei in den Landeverbänden entfalten könnte: Anreiz, Motivation und auch Aufmerksamkeit für jene, die sonst nicht in der ersten Reihe stehen.

Diesen Hauch von DFB-Pokal sieht auch Hans Günter Winkler als einen der großen Vorzüge des Hallenchampionats. „Da starten dann ´Bundesliga`und ´Regionalliga` in einer Prüfung und die Motivation ist hoch.“ Die Zeit für weitere Veränderungen sei noch nicht reif, man will die Erfahrungen aus diesem Jahr erst Mal sacken lassen, so Turnierchef Axel Milkau. Die Zuschauer gaben ihr Votum ganz unumwunden und unübersehbar ab. Rappelvoll war es schon im Spätnachmittag, unablässig strömten Pferdesportfans und solche, die es werden wollen in die Volkswagen Halle. Und sie wurden nicht enttäuscht. Die zweite Wertungsprüfung des Deutschland Cups geriet spannend und anspruchsvoll. Eine Entscheidung traf bereits die Öffentliche Versicherung – auch künftig wird das Unternehmen den Deutschland Cup begleiten, der ein wesentlicher Bestandteil des Hallenchampionats der Landesverbände ist.

Jetzt ins Finale….

Wer den Großen Preis von Volkswagen oder gar das Veolia Championat gewinnt, lässt sich auch nach der ersten Qualifikation nicht wirklich vorhersagen, aber über mögliche Favoriten und Chancen kann man nun nach dem Protego Preis nach Herzenslust schwadronieren. Der Schweizer Daniel Etter sicherte sich mit Peu a Peu den Sieg und das Pferd ist „made in Germany“. Den westfälischen Wallach brachte vor Jahren Markus Renzel (Oer-Erckenschwick) in den Sport. Hinter Etter reihte sich gewohnt souverän der Olympiazweite Rolf-Göran Bengtsson aus Schweden ein mit Ninja La Silla – ein Paar mit wahrhaft olympischem Glanz. Ninja war Bengtssons Partner bei der Silbermedaille in Hongkong. Der 14-jährige ist nach langer Pause erst seit kurzer Zeit wieder in Turnierfasson. Bester Deutscher auf Rang drei war Jörg Kreutzmann mit dem belgischen Wallach Sauternes ter Vlucht.

Ein bißchen Finalstimmung machte sich schon breit. Sowohl in der Youngster Tour für die sieben und acht Jahre alten Nachwuchspferde, als auch in der Mittleren Tour wurden bei den Löwen Classics bereits die zweiten Qualifikationen entschieden. Dabei trumpfte im Preis der Cederbaum Container, der zweiten Prüfung der Youngster Tour Beerbaum-Schüler Philipp Weishaupt (Riesenbeck) mit Just me auf. Die sieben Jahre alte Stute ist ein Abkömmling  von Just do it, jenem Hengst mit dem Meredith Michaels-Beerbaum hoch erfolgreich war und des einstigen Beerbaum-Pferdes It`s me. „Ich mag ihren Kampfgeist. Sie macht es einem auch einfach und sucht schon den Sprung. Es gibt Pferde, die haben einen Instinkt dafür und andere nicht,“ sagt Weishaupt über seine vierbeinige Sportpartnerin, die das Licht der Welt in Mellendorf erblickte. Züchter ist Dieter Schulze, Madeleine Winter-Schulze ist Besitzerin der sportiven Pferdedame.

Weishaupt kann nun beruhigt dem Finale der Youngster Tour entgegen sehen. Der Springreiter sparte auch nicht mit Komplimenten: „Man merkt das das Turnier von einem Einzelveranstalter gemacht wird. Hier gibt es ganz andere Ideen, wie zum Beispiel das Deutschland-Lied bei der Siegerehrung von einem Chor singen zu lassen. Also das war vom Feinsten.“ Einen zweiten deutschen Sieg gab es in der zweiten Qualifikation der Mittleren Tour, im Preis der Konditorei – Stadtbäckerei Milkau. Nach Oliver Lemmer (Bonn) am Donnerstag, trumpfte am Freitag Daniel Deusser auf. Der aus Ravensberg stammende und im niederländischen Valkenswaard arbeitende Springreiter gewann bei den Löwen Classics mit der elf Jahre alten niederländischen Stute Vonka das Zwei-Phasen-Springen vor Felix Haßmann (Lienen) und Charlotte Lund aus Dänemark.

Dressur-Erfolg mit „Ansage“

On Top heißt der 13 Jahre alte Jet Set-Sohn, ein Wallach aus niederländischer Zucht und in der ersten internationalen Dressurprüfung der Löwen Classics 2009 war der Name Programm. On Top piaffierte mit seiner Reiterin Leide Collins-Strijk auf den ersten Platz im Grand Prix, dem Preis von Madeleine Winter-Schulze. Die niederländische Berufsreiterin, die mit ihrem Ehemann Tim Collins im britischen Somerset lebt, setzte damit die erste Marke für das Dressurprogramm des CDI4* Löwen Classics in der Volkswagen Halle. Gleich dahinter folgte der „doppelte Schmidt“. Mannschafts-Weltmeister Hubertus Schmidt aus Borchen kam mit zwei Pferden nach Braunschweig und beide gingen nicht ohne Schleife aus der Halle. Mit dem Hengst Prego wurde der Pferdewirtschaftsmeister Zweiter, die zehn Jahre alte dänische Stute Larina-Hom wurde mit hauchdünnem Abstand Dritte der Prüfung.

Larina-Hom hat Schmidt erst vor wenigen Wochen von der schwedischen Weltcup-Kandidatin Minna Telde übernommen, die ihm das Pferd auch weiterhin zur Verfügung stellt. Erst vor wenigen Wochen schloss der schwedische Verband eine Vereinbarung mit dem Mannschafts-Olympiasieger von 2008 und Vize-Europameister 2005: Schmidt wird 2009 drei Lehrgänge in Schweden geben und sein Augenmerk vornehmlich auf die Spitze im Dressurviereck heften.

Ergebnisübersicht, Freitag, 13. März

Dressur Grand Prix, Preis von Madeleine Winter-Schulze:

1. Leida Collins-Strijk (Niederlande) mit On Top 71,40 Prozent,
2. Hubertus Schmidt (Borchen) mit Prego 68,29,
3. Hubertus Schmidt mit Larina-Hom 68,25,
4. Gina Capellmann-Lütkemeier (Paderborn) mit Baldessarini 67,40,
5. Heike Kemmer (Winsen) mit Quantico 67,31,
6. Hedda Droege (Hagen a.T.W.) mit Fifth Avenue 67,23.

Springen Kl. S, 2. Qualifikation Youngster Tour, Preis der Cederbaum Container GmbH: 

1. Philipp Weishaupt (Riesenbeck) mit Just me 0 Strafpunkte/ 54,32 Sekunden,
2. Franz-Josef Dahlmann (Albersloh) mit Baquita 0/ 58,36,
3. Mylene Diederichsmeier (Steinhagen) mit Royale`s Son 0/ 58,44,
4. Hans-Thorben Rüder (Greven) mit Wenga 0/ 58,66,
5. Alexander Hufenstuhl (Süttenbach) mit Avensis 0/ 58,75

Springen Kl. S, 2. Qualifikation Youngster Tour, Preis der Cederbaum Container GmbH:

1. Philipp Weishaupt (Riesenbeck) mit Just me 0/ 54,32,
2. Franz-Josef Dahlmann (Albersloh) mit Baquita 0/ 58,36,
3. Mylene Diederichsmeier (Steinhagen) mit Royale`s Son 0/ 58,44,
4. Hans-Thorben Rüder (Greven) mit Wenga 0/ 58,66,
5. Alexander Hufenstuhl (Süttenbach) mit Avensis,
6. Tina Lund (Dänemark) mit Athene 0/ 58,77.

Springen Kl. S**, 2. Wertung Deutschland Cup präsentiert von der Öffentliche Versicherung Braunschweig:

1. Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit Couleur Rubin 0/ 59,96,
2. Thomas Kleis (Gadebusch) mit Cousteau 0/ 61,51,
3. Hans-Günther Goskowitz (Würselen) mit Heliopsis D`Arare 0/ 61,92,
4. Alexander Auer (Singen) mit Coco Chantal M,
5. Jörg Naeve (Bovenau) mit Likido 0/ 68,02,
6. Markus Brose (Hademarschen) mit Camillo 0/ 71,57.


Finale Deutschland Cup präsentiert von der Öffentliche Versicherung Braunschweig:

1. Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit Couleur Rubin 0/ 35,91,
2. Jörg Naeve (Bovenau) mit Likido 0/ 37,34,
3. Hans-Günther Goskowitz (Würselen) mit Heliopsis D`Arare 8/ 42,89.

Springen Kl. S, Protego Preis, 1. Qualifikation Große Tour:

1. Daniel Etter (Schweiz) mit Peu a Peu 0/ 56,06,
2. Rolf-Göran Bengtsson (Schweden) mit Ninja La Silla 0/ 56,83,
3. Jörg Kreutzmann (Kasseburg) mit Sauternes ter Vlucht 0/ 57,61,
4. Marco Kutscher (Riesenbeck) mit Clintus 0/ 57,83,
5. Franke Sloothaak (Borgholzhausen) mit Aquino 0/ 58,02,
6. Charlotte Lund (Dänemark) mit Andante 0/ 58,13.

Quelle: comtainment

 

 

 
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