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Statement von Ann Kathrin Linsenhoff zu den aktuellen Entwicklungen bei UNICEF Kronberg, den 05.02.2008 - Die jüngsten Entwicklungen bei UNICEF Deutschland verfolge auch ich als UNICEF-Repräsentantin mit Bestürzung, aber vor allem mit dem Wunsch nach Konsequenzen. Die Ereignisse machen es erforderlich, die Fakten aufzuarbeiten, darzulegen und – wo nötig – Veränderungen herbeizuführen, vor allem in personeller Hinsicht. Jeder Beteiligte dieser schädigenden und die erfolgreiche Arbeit von UNICEF in Misskredit bringenden Angelegenheit sollte um schnellstmögliche Aufklärung bemüht sein und dazu beitragen, eine Klärung der Vorwürfe zu ermöglichen. UNICEF Deutschland sollte die Chance nutzen, durch konsequente Maßnahmen einen Neuanfang herbeizuführen, der hilft, zukünftig solche Fehler oder Strukturschwächen zu vermeiden, damit sich alle Freunde und Förderer von UNICEF wieder auf das Wesentliche konzentrieren können. „Das Wesentliche“ – das sind die Kinder, für die UNICEF sich seit 60 Jahren weltweit engagiert.
Mit Reinhard Schlagintweit wurde meiner Meinung nach eine Person als Übergangslösung definiert, die über viele Jahre hinweg die Interessen des Kinderhilfswerks als deren Vorsitzender erfolgreich vertreten hat. Er genießt mein ganz persönliches Vertrauen, weil er sich immer in den Dienst der guten Sache stellte. Mit seiner weitreichenden Erfahrung und persönlichen Integrität wird es ihm hoffentlich gelingen, das Management der Organisation von UNICEF Deutschland wieder in die richtigen Bahnen zu lenken und die nötigen Veränderungen einzuleiten. Seit der Gründung der Ann-Kathrin-Linsenhoff-UNICEF-Stiftung im Jahre 2002 arbeite ich eng mit der Kinderhilfsorganisation UNICEF zusammen. Die Ann-Kathrin-Linsenhoff-Stiftung wurde unter dem Dach von UNICEF gegründet, um ein bestehendes und gut funktionierendes Hilfsnetzwerk für meine Ziele und Ansprüche nutzen und von den Erfahrungen dieser gemeinnützigen und weltweit operierenden Organisation profitieren zu können.
Von Anfang an wurden alle Verwaltungskosten von mir persönlich getragen. Sämtliche Spenden und Einnahmen, die in den fünf Jahren für die Ann-Kathrin-Linsenhoff-UNICEF-Stiftung zusammen kamen – immerhin über 2,6 Millionen Euro – konnten so in voller Höhe in die von mir ausgewählten Projekte einfließen. Über den Verbleib der Gelder und die getroffenen Maßnahmen vor Ort habe ich mich auf meinen Reisen oder über die dort ansässigen Kontaktpartnern ausführlich informieren lassen. Alle Spenden waren zweckgebunden und standen UNICEF nie zur selbstbestimmten Verwendung zur Verfügung. Meine jahrelangen Erfahrungen mit der UN-Hilfsorganisation sind von beidseitigem intensiven Engagement und der gemeinsamen Zielsetzung, Hilfe zur Selbsthilfe zu schaffen, geprägt. Mir war es schon immer wichtig, mit der Ann-Kathrin-Linsenhoff-UNICEF-Stiftung selbstständig agieren zu können. Auch wenn die Stiftung nicht direkt von den Vorwürfen betroffen ist, bedauere ich den entstandenen Schaden und den erlittenen Imageverlust für UNICEF allgemein und hoffe, dass die nötigen Maßnahmen getroffen werden, um das Vertrauen der Spender und der Tausenden von ehrenamtlichen Helfer wieder herzustellen.
Quelle: Patricia Tietje/ Linsenhoff |