Hans-Günter Winkler: Museum zeigt alles, was den CHIO ausmacht
Gemeinsam läuteten sie die Startglocke: Reitlegende Hans Günter Winkler und Klaus Pavel, Präsident des Aachen-Laurensberger Rennvereins e.V. (ALRV). "Willkommen in Aachen" schallte es aus den Lautsprechern. Es ist natürlich die Stimme des legendären Stadionsprechers Hans Heinrich Isenbart, die die Besucher im neuen CHIO-Museum begrüßt. Am Donnerstag wurde die Dauerausstellung zum CHIO Aachen in der ALRV-Geschäftsstelle eröffnet. Matt schimmern die Stiefel von Hans Günter Winkler in der Vitrine, daneben hängt ein Turnierplan von 1900 und auf dem Monitor zeigen Reitsport-Legenden aus mehreren Jahrzehnten ihr Können. "Ich bin mir aber nicht sicher, ob die Stiefel Hans Günter Winkler noch passen", scherzte Pavel, der seine Eröffnungsansprache vom Siegerpodest der Reit-WM 2006 hielt.
Auch die Museumsbesucher können sich nun wie Weltmeister fühlen, wenn sie sich darauf vor der riesigen Fotowand ablichten lassen. "Hier in Aachen bin ich groß geworden", sagte Winkler, der erfolgreichste Springreiter aller Zeiten und Weltmeister von Aachen 1955. "Das Museum zeigt alles, was Aachen ausmacht - was es zum besten und größten Turnier der Welt macht."
Es ist eine emotionale Reise durch die Pferdesport-Geschichte: Von den Anfängen des Vereins 1898 über das erste "Reit- und Fahrturnier" 1924, die Weltreiterspiele 2006 bis zum ersten CHIO mit fünf Disziplinen in diesem Jahr (3.-8. Juli 2007). Viele Ausstellungstücke aus dem Archiv des ALRV, aber auch persönliche Erinnerungsstücke von Sportlern - darunter der Frack von Josef Neckermann oder der Hut von Michael Freund - sind hier das erste Mal aus der Nähe zu sehen. Denn die zweiwöchige Nostalgie-Ausstellung im vergangenen Jahr hatte nur Souvenirs der Turnierbesucher gezeigt. "Unzählige Menschen haben uns deshalb die Frage gestellt, warum wir nicht die abwechslungsreiche Geschichte des CHIO in einer Dauerausstellung präsentieren", sagt ALRV-Präsident Klaus Pavel. "Diesem Wunsch kommen wir nun nach - und natürlich ist der Eintritt kostenlos." Geöffnet ist das CHIO-Museum während der gesamten Turnier-Woche und ansonsten mittwochs (12 bis 17 Uhr) und freitags (9 bis 12 Uhr). "Es ist eine Ausstellung, die nah geht - deshalb ist es eine tolle Ausstellung", freute sich Aachens Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden. "Beim CHIO Aachen gibt es den direkten und engen Kontakt von Sportlern und Verantworltlichen mit dem Publikum. Das wird im Museum sehr anschaulich vermittelt."
Tradition und Innovation - beides verknüpft der ALRV in dem von Dr. Doris Beaujean konzipierten Museum. So sind in den Vitrinen Pokale und Medaillen, historische Schriftstücke, Bücher und Fotos, der Koffer Hans-Heinrich Isenbarts und viele Kuriositäten ausgestellt - fast zum Anfassen. Virtuell dagegen werden die Besucher mit Filmsequenzen in die Vergangenheit eintauchen oder am Computer-Bildschirm die wichtigsten Informationen abrufen. "Unser Museum soll emotional sein, es soll die Besucher begeistern", sagt ALRV-Geschäftsführer Frank Kemperman. Und zwar sowohl auf dem 130 Quadratmeter großen Parkett im zweiten Obergeschoss als auch mit Fotos und Vitrinen auf den Fluren der Geschäftsstelle an der Albert-Servais-Allee. "Die Reitsportfans können so die lange Geschichte unseres Vereins und unserer Turniere in allen Winkeln atmen", erklärt Kemperman. Und nach dem Streifzug durch das Museum werden die Gäste standesgemäß verabschiedet: Von elektronisch gesteuerten weißen Taschentüchern, die wie beim beliebten "Abschied der Nationen" noch einmal zuwinken.
Weitere Infos:
Museum für Besucher geöffnet ab Freitag, 15. Juni 2007
Öffnungszeiten: mittwochs 12-17 Uhr und freitags 9-12 Uhr Gruppen können das Museum außerdem an Werktagen nach vorheriger Anmeldung besuchen, ggf. kombiniert mit einer Geländeführung. Mit einer CHIO-Eintrittskarte und nach Anmeldung am Infostand ist die Ausstellung auch während der gesamten Turnierwoche (3.-8. Juli) zu festgelegten Zeiten zugänglich. Eintritt frei