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25 Jahre Pferd International Muenchen PDF Drucken

Von BayernPferd zu Pferd International: Geschichte einer
25-jährigen Tradition auf der Olympia-Reitanlage in München-Riem

Die Olympia-Reitanlage in München-Riem als olympisches Erbe aus dem Jahr 1972 war und ist eine Bereicherung für die bayerische Pferdeszene. Allerdings gab es neben vielen Höhepunkten und Glanzjahren auch immer wieder Tiefschläge, die die Riemer Macher hinnehmen mussten. 36 turbulente Jahre sind seit den olympischen Spielen vergangen. Seit 25 Jahren gibt es auf dieser Olympia-Reitanlage nun eine Veranstaltung, die in ihrem Konzept nach wie vor weltweit ihresgleichen sucht – die BayernPferd, die schließlich zur heute nicht nur in Reiterkreisen allseits bekannten und beliebten Pferd International wurde. Und auch heute noch gilt das gleiche Motto, das diese Veranstaltung berühmt machte: Ein Fest der Pferde für die ganze Familie, das internationalen Reit- und Westernsport, eine bunte Schau und eine riesige Ausstellung miteinander verbindet.

In den ersten nacholympischen Jahren traf sich in München die Weltspitze im Spring- und Dressursattel – so gingen neben Deutschen Meisterschaften auch diverse Europameisterschaften über die Bühne. Nach dem glanzvollen Reiterfestival mit der Europameisterschaft der Springreiter 1975 gab es einige Veranstaltungen, die nicht den erwarteten Glanz brachten. So wurde die Idee für BayernPferd 1984 geboren.

Im bayerischen Landwirtschaftsministerium saß seit 1982 Dr. Günter Koller, Ministerialreferent im Referat für Pferdezucht und Pferdesport, der nicht nur selbst dem Pferdevirus verfallen war, sondern auch noch mit Bruno Six und Peter Rau zwei Mitarbeiter hatte, die – wenn es um diese Vierbeiner ging – keine Zeit und keine Mühen scheuten. Der damalige Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Dr. Hans Eisenmann, legte seinem jungen Referenten die Olympia-Reitanlage besonders ans Herz und der machte sich an die Arbeit. Vier Tage Ausstellung rund ums Pferd, begleitet vom bisher größten Schauprogramm in Bayern und einem für die bayerischen Spitzenreiter im Dressur- und Springsattel attraktiven Turnier – so sollte das hippologische Großereignis aussehen. Sogar eine Vielseitigkeitsprüfung war Bestandteil der Premiere. Für die Gesamtkonzeption und die wirtschaftliche Absicherung dieses Pilotprojekts wurde die Firma Sandner GmbH Messen und Ausstellungen verpflichtet, ein Unternehmen mit 30 Jahren Erfahrung im Messe- und Ausstellungssektor. Für den Fachbereich Sport zeichnete die Turniergemeinschaft Olympia-Reitstadion München-Riem unter der Leitung von Luitpold Rösch und Heinz Theis verantwortlich und das Schauprogramm stand unter der Regie des Leiters der Bayerischen Landesreit- und Fahrschule Manfred Mayr und natürlich Bruno Six. Und bereits diese erste Veranstaltung mit den drei Säulen Sport, Schau und Messe – mit viel Energie und gekonnter Improvisation auf die Beine gestellt – wurde ein tolles Fest. Bruno Six hatte sich für sein Schauprogramm noch zwei weitere Spezialisten ins Boot geholt: Wolfgang Kühlechner, Zuchtberater beim Bayerischen Landesamt und den niederbayerischen Zuchtleiter Wolfgang Kühn, zwei weitere Infizierte, die bis heute Jahr für Jahr für ein faszinierendes Schauprogramm sorgen.

Der Journalist und Rennsport-Spezialist Kurt Zwingmann übernahm die Ausstellungsleitung im Jahr 1989, als auch der Name Pferd International entstand. Was das Schauprogramm betraf, sorgte der Renn-Fachmann für frischen Wind: Er lockte sowohl die Traber als auch die Galopper aus den benachbarten Vereinen auf die Olympia-Anlage und gebar zusammen mit dem damaligen Chef des Landesamts Hartmut Erbe die Idee des Konzepts eines Reit- und Rennsportzentrums München-Riem. Es gab sogar eine kombinierte Eintrittskarte für Veranstaltungen auf den beiden Rennbahnen, die an den Tagen von Pferd International liefen.

Eine Neuerung mit durchschlagender Wirkung war der Aufbau des Tengelmann Kinderlandes, das bei den Jüngsten unter den Besuchern von Anfang an begeistert aufgenommen wurde. Mit Ponyreiten, Geschicklichkeitsspielen, Hüpfburgen und diversen Spielen ist das Tengelmann Kinderland noch heute magischer Anziehungspunkt für die meisten kleinen Besucher.

Im Jahr 1990 kamen bereits Aussteller aus Italien und Großbritannien, um ihre Waren bei Pferd International zu präsentieren. Und nicht nur unter den Ausstellern hatte sich der steigende Bekanntheitsgrad des Turniers herumgesprochen. Auch die internationalen Top-Reiter ließen nicht mehr länger auf sich warten. So stiegen Thomas Frühmann und Gert Wiltfang in Riem in den Sattel und ließen Erinnerungen an frühere sportliche Glanzzeiten im Stadion wieder erwachen.

Ein weiterer Publikumsmagnet dürfte die Idee gewesen sein, im Rahmen der Veranstaltung sämtliche Plätze der insgesamt 30 Hektar großen Anlage zu nutzen. So entstand 1991 erstmals eine eigene Westernstadt mit einem dazu gehörenden Indianerdorf. Als Turnierleiter und Vater einer erfolgreich im Springsport reitenden Tochter (Daniela) sorgte Heinz Theis für eine weitere Neuerung, die insbesondere gute Aktive im Parcours auf den Platz lockte: das Clearround-Jumping, eine „Übungsrunde“, die die Teilnehmer mit ihren jungen Pferden auf einem Nachbarplatz absolvieren konnten. Und natürlich halfen Theis auch seine persönlichen Kontakte, die Top-Reiter nach München zu holen. „Beim Fest der Pferde in Wien verpflichtete ich einmal Markus Fuchs und das Ehepaar Mändli aus der Schweiz, bei uns zu starten“, erzählt Theis aus seinen Turnierleiterzeiten, „kurz vor Pferd International war Weltcup-Finale und die ersten drei waren diese drei“. So gingen in München die drei Erstplatzierten im Weltcup an den Start. Eine Tradition, die sich ebenfalls bis heute hinzieht. Immerhin waren im vergangenen Jahr mit Meredith Michaels-Beerbaum und Isabell Werth die beiden Weltranglisten-Ersten im Springen und in der Dressur in München am Start. Auch die jordanische Prinzessin Haya ritt in Riem schon durch den Parcours, lange vor ihrer Zeit als FEI-Präsidentin.

1995 lief der Vertrag mit Zwingmanns aus und die zwei Jahre zuvor gegründete Hippo GmbH, eine Tochter des FRB, erhielt als große Aufgabe die Ausrichtung von Pferd International, eine Aufgabe, der sie sich ab 1996 stellte. Mit den Finanzen sah es zur damaligen Zeit wieder einmal nicht so rosig aus, und so schalteten sich im Jahr darauf mit Escon Marketing (Dr. Kaspar Funke) und der niederländischen Firma BCM (Henk Brüger) zwei der größten Reitsportveranstalter ein. 2004 kam erneut die Wende: Die Norddeutschen zogen sich aus München-Riem zurück und die Hippo GmbH, die sowieso während des gesamten Zeitraums für die Ausstellung zuständig gewesen war und mittlerweile längst über eigenes Personal verfügte, beschloss, das Großprojekt Pferd International allein durchzuziehen.

Die gesamte Verantwortung organisatorisch und wirtschaftlich lag jetzt bei der Hippo Pferdeveranstaltungs GmbH. Die Sportorganisation oblag der Reit-, Fahr- und Turniergemeinschaft München-Riem in Zusammenarbeit mit der Reitakademie München, deren Vize-Präsidentin Gabriele Kühner die Turnierleitung übernommen hatte. Die Schauprogramme standen weiter unter der Leitung von Wolfgang Kühlechner und Wolfgang Kühn. Bei der Messeorganisation war wie immer die Hippo GmbH federführend mit der seit langem bewährten Katrin Eberhardt.

 „Wir sind hier in München von Anfang an andere Wege gegangen als andere Turnierveranstalter“, betont Erich Herrgen, auch im Jubiläumsjahr 2008 noch immer als Chef der Pferd International tätig, das Alleinstellungsmerkmal dieses Pferdefests. Der Vorteil mit dem FRB als Träger sei die Gemeinnützigkeit dieses Vereins. „Der FRB erwartet keine Gewinnausschüttung von der Hippo GmbH“, formuliert es Herrgen eindeutig, bei einem inzwischen auf über 1,4 Millionen gestiegenen Umsatz sei die Pferd International aber ehrenamtlich nicht mehr zu stemmen. Dass das jetzige Riemer Team auch größeren Anforderungen gewachsen ist, hat es vor zwei Jahren eindrucksvoll bewiesen. Damals mussten wegen eines gewaltigen Unwetters am Sonntag Nachmittag die beiden Großen Preise, sowohl im Springen als auch in der Dressur, in die Hallen verlegt werden. Nach einer organisatorischen Meisterleistung konnten alle aufatmen: Es war gelungen, die Prüfungen sowie das Abreiten auf insgesamt vier Hallen zu verteilen. „Ich glaube nicht, dass es einen Outdoor-Veranstalter gibt, der über vier funktionsfähige Reithallen verfügt und in dieser kurzen Zeit einer derartigen logistischen Aufgabe gewachsen ist“, fasst Herrgen die damalige Situation zusammen. Eine Riesenchance für die Zukunft.          

Quelle: Martina Scheibenpflug
Fotos von der Pferd International finden Sie unter: www.reitsportfotos.eu

 
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